Lufthansa legt Streit um Vielflieger-Programm bei

Montag, 11. Februar 2013, 13:21 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Lufthansa beendet den langwierigen Gerichtsstreit mit einem Professor um das Vielfliegerprogramm "Miles & More" mit einem Kompromiss.

Das Unternehmen habe sich dazu verpflichtet, künftig Änderungen der Flugprämien, die es für Bonusmeilen gibt, mit einer Frist von drei Monaten anzukündigen, sagte Tobias Eggendorfer, Professor für IT in Hamburg, am Montag zu Reuters. "Die Lufthansa kann jetzt nicht mehr einfach so etwas ändern." Ihn habe der Umgang der Lufthansa mit ihren Kunden geärgert, mit dem Vergleich sei der Streit beendet. Im Gegenzug verzichtet Eggendorfer auf weitere Auseinandersetzung vor Gericht - als nächstes hätte er den Fall vor den Bundesgerichtshof (BGH) bringen können. Deutschlands größte Fluglinie bestätigte die Einigung. Zuerst hatte "Spiegel Online" über das Ende des Clinches berichtet.

Begonnen hat der juristische Schlagabtausch zwischen dem Dauer-Flieger und dem Kranich-Konzern vor gut zwei Jahren: Im Dezember 2010 stellte die Lufthansa zum Januar 2011 ihr Meilen-Programm um. Die Folgen waren erheblich: Passagiere benötigen mehr Bonusmeilen, um Freiflüge zu erhalten. Eggendorfer klagte gegen die aus seiner Sicht viel zu kurzfristige Änderung der "Miles & More"-Flüge und bekam in erster Instanz Recht. Beim jüngsten Prozess vor dem Oberlandesgericht Köln vor einem Monat unterlag er jedoch und drohte damit, beim BGH in Revision zu gehen. Die Lufthansa wollte verhindern, dass die Änderung ihrer Flugprämienbedingungen rückwirkend aufgehoben würde - das wäre richtig teuer geworden.

Dafür kam der Konzern lange nicht aus den Schlagzeilen. Die juristische Offensive des eloquenten Akademikers wurde von zahlreichen Medien begleitet, Eggendorfer selbst hielt die Öffentlichkeit auf der Internetseite Meilenschwund.de sowie über Twitter auf dem Laufenden.