Michelin setzt in Auto-Krise auf Fahrrad und Flugzeug

Dienstag, 12. Februar 2013, 12:44 Uhr
 

Paris (Reuters) - Spezialreifen für Flugzeuge, Fahrräder und Bergbau-Laster haben Michelin im vergangenen Jahr inmitten der Krise in der europäischen Auto-Industrie vor einem Gewinneinbruch bewahrt.

Das Unternehmen aus dem zentralfranzösischen Clermont-Ferrand verdiente nach Angaben vom Dienstag netto 1,57 Milliarden Euro und damit sogar fast acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die weltweite Nummer zwei hinter der japanischen Bridgestone macht sich jedoch auf große Herausforderungen in diesem Jahr gefasst. "Die Rohmaterialpreise könnten im zweiten Halbjahr steigen, bevor es auch auf dem Reifenmarkt aufwärts geht", warnte Konzernchef Jean-Dominique Senard.

Den Umsatz steigerte Michelin um knapp vier Prozent auf knapp 21,5 Milliarden Euro. Der Verkauf von Spezialprodukten legte dabei um 13 Prozent zu und machte einen Einbruch bei den Autoreifen wett. Der Konzern sprach von einem "Kollaps der Auto-Neuzulassungen". Auch der Verkauf von Ersatzreifen fiel um zehn Prozent. 2012 wurden in Europa so wenige Neuwagen zugelassen wie seit 17 Jahren nicht mehr. Dies hat Autohersteller wie Opel und Peugeot besonders hart getroffen. Zulieferer wie Michelin haben sich insgesamt etwas besser geschlagen, weil sie entschiedener auf die vorherige Krise 2008 und 2009 reagierten. Auch Michelin hat einen umfangreichen Konzernumbau hinter sich.

Angesichts der vielen Herausforderungen rechnet Michelin in diesem Jahr nicht mit Wachstum und will stattdessen Betriebsgewinn und Umsatz konstant halten. Das kam bei Börsianern nicht so gut an, die außerdem mit den Kennzahlen des vergangenen Jahres nicht zufrieden waren. Deshalb fiel die Michelin-Aktie in Paris um knapp drei Prozent.