Baukonzern Strabag erwartet 2013 stagnierende Geschäfte

Mittwoch, 13. Februar 2013, 12:50 Uhr
 

Wien (Reuters) - Dem österreichischen Baukonzern Strabag bläst auch im neuen Jahr ein scharfer Wind ins Gesicht.

Angesichts der Schuldenkrise in Europa werde die Bauleistung bei 14 Milliarden Euro stagnieren, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Betriebsgewinn soll zwar auf mindestens 260 Millionen Euro steigen, jedoch vor allem, weil Strabag keine größeren negativen Sondereffekte mehr erwartet. Unter anderem wegen der verzögerten Bezahlung von Leistungen in Polen erwartet Strabag für 2012 nur einen Gewinnrückgang auf rund 200 Millionen Euro. An der Börse verlor die Strabag-Aktie rund ein Prozent.

Grund für die mauen Aussichten ist der Sparkurs öffentlicher Auftraggeber, die angesichts leerer Kassen etwa auf den Bau neuer Straßen verzichten. "Der Strabag-Vorstand erwartet für 2013 eine nochmalige leichte Eintrübung der Rahmenbedingungen im europäischen Bausektor", erklärte der Konzern. Vor allem in Polen werde das Geschäft weiter zurückgehen. Dort hatte der jahrelange Bauboom nach der Fußball-Europameisterschaft ein abruptes Ende gefunden. Viele Baufirmen müssen darum kämpfen, noch ausstehende Zahlungen einzutreiben und - wenn ihnen das nicht gelingt - hohe Abschreibungen in Kauf nehmen. Neben Strabag macht das auch deutschen Konkurrenten zu schaffen: Bilfinger--Chef Roland Koch hatte am Montag beklagt, dass Polen Geld bei Infrastukturaufträgen schuldig bleibe. "Der polnische Staat hat zu beträchtlichen Teilen die Zahlungen eingestellt", bemängelte Koch.

Zuwächse erwartet Strabag 2013 im Tunnelbau, im österreichischen Hochbau und im außereuropäischen Geschäft. Zuletzt hatten die Österreicher etwa einen 490 Millionen Dollar schweren Auftrag aus Chile erhalten. Zudem liefen die Geschäfte im deutschen Hochbau weiterhin gut, sagte Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner. "Deutschland ist derzeit für uns auch hinsichtlich neuer Großaufträge im Hochbau ein erfolgreicher Markt - unsere dortigen Mitarbeiter sorgen für einen soliden Auftragsbestand." Insgesamt ging der Auftragsbestand im Jahresvergleich jedoch um ein Prozent auf 13,2 Milliarden Euro zurück. Die Bauleistung schrumpfte um zwei Prozent.