Früherer Investmentbank-Chef Kengeter verlässt UBS

Mittwoch, 13. Februar 2013, 17:28 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Der Umbau der Schweizer Großbank UBS führt zum Abgang eines weiteren Spitzenmanagers.

Der frühere Investmentbank-Chef Carsten Kengeter verlässt das Unternehmen, wie aus einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden internen Mitteilung vom Dienstagabend hervorgeht. Der deutsche Manager war zuletzt damit betraut, Teile des Investmentbankings abzuwickeln, die der Konzern nicht mehr weiter betreiben will. Die größte Schweizer Bank fährt das riskante Kapitalmarktgeschäft zurück und will bis 2015 rund 10.000 Arbeitsplätzen streichen. Angesichts der auf die Vermögensverwaltung ausgerichteten neuen Strategie hatte Kengeter seit 2011 laufend an Macht eingebüßt. Sein Nachfolger wird Sam Molinaro. Der frühere Finanzchef der zusammengebrochenen US-Investmentbank Bear Stearns war bisher Kengeters Nummer zwei. Die Pläne Kengeters, der einst als Kronprinz für den Posten des Konzernchefs gegolten hatte, waren zunächst nicht bekannt.

Kengeter stieß vor vier Jahren von Goldman Sachs zur UNS. Er hatte unter anderem die Aufgabe, die Position der Bank im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren zu stärken. Im September 2011 brockte dann die Zockerei einer seiner Händler der Bank einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar ein. Konzernchef Oswald Grübel trat kurz darauf zurück. Neben Dutzenden von Investmentbankern schied nach dem Skandal auch Risikochefin Maureen Miskovic aus.

Auch Kengeter war nach dem Handelsskandal in London unter Beschuss geraten. Der damalige Präsident Kaspar Villiger nahm den Deutschen seinerzeit allerdings in Schutz, schließlich habe Kengeter bei der Schadensbegrenzung einen ausgezeichneten Job gemacht. Trotzdem musste er die Führung der Investmentbank ab Juli 2012 mit Andrea Orcel teilen. Der Italiener und der neue Konzernchef Sergio Ermotti kennen sich von ihrem früheren Arbeitgeben Bank of America Merrill Lynch. Orcel hatte dort andere Unternehmen bei einer ganzen Reihe von großen Übernahmen beraten. Kengeter kommt dagegen aus dem Handelsbereich.

Ermotti und der neue Verwaltungsratspräsident Axel Weber wollen die Investmentbank der UBS auf den Handel mit Aktien und Devisen für Kunden sowie die Beratung von Unternehmen ausrichten. Innerhalb einer solchen Strategie war wenig Platz für Manager wie Kengeter. Dieser hatte bereits im vergangenen Herbst die Co-Leitung des Investmentbankings abgegeben. In der Folge kümmerte er sich nur noch um den Abbau des kapitalintensiven Zinsgeschäfts.