ProSieben-Haupteigner verkaufen Aktienpaket an der Börse

Donnerstag, 14. Februar 2013, 07:38 Uhr
 

München (Reuters) - Die ProSiebenSat.1-Großaktionäre machen Ernst mit ihrem Ausstieg aus dem Fernsehkonzern.

In einem ersten Schritt trennen sich die Finanzinvestoren KKR und Permira von ihren stimmrechtslosen Vorzugsaktien, wie die Partner am Mittwochabend mitteilten. Damit befinden sich die Vorzugsaktien künftig komplett im Streubesitz und bekommen ein größeres Gewicht im Nebenwerteindex MDax. Der Fernsehkonzern wird damit attraktiver für Investoren. Das erleichtert den beiden Haupteignern den später geplanten Verkauf ihrer Stammaktien, die bisher nicht an der Börse notiert sind. Um Käufer anzulocken, sollen zudem die Vorzüge von der Hauptversammlung im Sommer ebenfalls mit Stimmrechten ausgestattet werden.

Mit der beschleunigten Platzierung des Pakets von 19,7 Millionen Vorzugsaktien an der Börse können die Investoren zum aktuellen Kurs auf einen Erlös von knapp 500 Millionen Euro hoffen. Das Geld soll zum Abbau von Schulden des Investmentvehikels Lavena Holding 1 verwendet werden, in dem die beiden Investoren ihre ProSiebenSat.1-Anteile gebündelt haben. Zusammen mit der Dividende, die der Fernsehkonzern in diesem Jahr nach dem Verkauf seines Nordeuropageschäfts ausschüttet, wird die Lavena-Holding damit wesentlich entlastet.

KKR und Permira halten 88 Prozent der Stammaktien, die übrigen Anteile gehören dem niederländischen Medienkonzern Telegraaf.