Bergbaukonzern Rio Tinto schreibt erstmals rote Zahlen

Donnerstag, 14. Februar 2013, 11:35 Uhr
 

Melbourne (Reuters) - Nach dem ersten Jahresverlust in der Unternehmensgeschichte will der Bergbaukonzern Rio Tinto stärker auf sein Geld achten.

"Wir können es besser", kündigte der neue Firmenchef Sam Walsh am Donnerstag an. Er will den Sparkurs verschärfen, sich von unprofitablen Unternehmensbereichen trennen und bei Investitionen genauer hinschauen, ob sie sich wirklich lohnen. Im Geschäftsjahr machte die weltweite Nummer drei wegen gigantischer Abschreibungen einen Verlust von drei Milliarden Dollar.

Walsh galt bereits als Chef der Eisenerz-Sparte als Sparfuchs. Nun kündigte er an, die Kosten bis Ende 2014 um mehr als fünf Milliarden Dollar zu senken. Um die Anleger nach einer Serie negativer Schlagzeilen zu beruhigen, erhöhte der Konkurrent von BHP Billiton zudem seine Dividende um 15 Prozent auf 1,67 Dollar je Aktie.

Anleger achteten vor allem auf die von Walsh ausgegebene neue Strategie. Diese kam zumindest in Melbourne gut an. Dort stieg die Rio-Aktie auf ein Ein-Jahres-Hoch, in London ging es hingegen leicht bergab.

Rio Tinto hatte erst im Januar wegen milliardenschwerer Fehleinkäufe im Aluminium- und Kohlesektor seinen langjährigen Chef Tom Albanese gefeuert und Abschreibungen in Höhe von 14 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Nun hieß es, im zweiten Geschäftshalbjahr bis Ende Dezember fiel der um Sondereffekte bereinigte Gewinn wegen Preiseinbrüchen bei Rohstoffen um 47 Prozent auf 4,15 Milliarden Dollar.

Walsh steht vor der Aufgabe, zu entscheiden, wie es mit dem Aluminium-Geschäft im Pazifik-Raum und der Diamanten-Sparte weitergeht. Beide Segmente stehen seit einem Jahr zur Disposition, haben bisher aber keine ernsthaften Bieter angelockt. Zugleich muss der 63-Jährige eine Möglichkeit finden, dass für Rio Tinto besonders wichtige Eisenerz-Geschäft noch weiter anzukurbeln. Diese viele Jahre von Walsh geleitete Sparte steht für den Großteil der Gewinne des in London und Melbourne notierten Konzerns und gilt wegen stark automatisierter Prozesse als sehr innovativ. Fahrerlose Trucks transportieren beispielsweise die Ware über 1500 Kilometer von der Mine zur Weiterverarbeitung.