Buffett legt Milliarden für Heinz-Ketchup auf den Tisch

Donnerstag, 14. Februar 2013, 17:34 Uhr
 

Pittsburgh (Reuters) - Der Ketchuphersteller Heinz wechselt in der größten Übernahme in der Lebensmittelbranche ins Firmenimperium von Warren Buffett.

Die Investorenlegende kauft den mehr als 140 Jahre alten US-Konzern gemeinsam mit der Beteiligungsfirma 3G für 28 Milliarden Dollar. Buffett steckt über seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway zwischen zwölf und 13 Milliarden Dollar in den traditionsreichen Hersteller von Saucen, Fertiggerichten und Babynahrung, der einst von einem Sohn deutscher Auswanderer gegründet wurde. Der Münchener-Rück- und Bank-of-America-Anteilseigner begründete den Kauf mit dem Wachstumspotenzial des bekannten Unternehmens. Das Heinz-Management stimmte der Übernahme bereits zu. Die Aktie sprang an der Wall Street um mehr als 20 Prozent in die Höhe. Im Sog legten auch andere Nahrungsmittelriesen wie etwa Danone, Unilever oder Kraft zu.

Berkshire Hathaway und 3G Capital bieten 23,2 Milliarden Dollar in bar beziehungsweise 72,50 Euro je Heinz-Aktie. Das ist ein Aufschlag von rund 20 Prozent auf den Kurs vom Mittwoch und macht insgesamt 23 Milliarden Dollar. Inklusive Schulden bezifferte Heinz den Kaufpreis auf 28 Milliarden Dollar. Die Übernahme soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Für Buffett ist es ein ungewöhnlicher Schritt, sich mit einem Finanzinvestor zusammenzutun. Bisher hat der Investor seine Käufe stets allein gestemmt.

Mit 3G sitzt ein Unternehmen im Boot, dass in der Branche bereits Erfahrung gesammelt hat. Der Finanzinvestor mit den brasilianischen Wurzeln hatte 2010 die Fast-Food-Kette Burger King erworben und ist immer dort noch Großaktionär. Auch Berkshire kennt sich mit Lebensmitteln aus, vor einigen Jahren half die Investmentgesellschaft bei der Finanzierung der 23 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Kaugummi-Herstellers Wrigley durch den Lebensmittelkonzern Mars. Berkshire und 3G wollen nach einer erfolgreichen Übernahme, die noch von Aktionären und Wettbewerbshütern abgesegnet werden muss, gleichberechtigte Partner bei Heinz sein. Heinz soll dann von der Börse genommen werden.

Heinz wurde 1869 in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania von Henry John Heinz, einem Sohn deutscher Auswanderer, gegründet. Neben Ketchup und Grillsaucen produziert der Konzern weltweit mit rund 32.000 Mitarbeitern auch Kuchen, Suppen, Dosengemüse, Fertiggerichte und Babynahrung. 2011 setzte Heinz 10,7 Milliarden Dollar um und verdiente unter dem Strich knapp eine Milliarde. In den vergangenen acht Jahren konnte die Firma ihren Umsatz stets steigern.

US-AUSSENMINISTER JOHN KERRY IST HEINZ-AKTIONÄR

Zu den bisherigen Anteilseignern von Heinz gehören auch der neue US-Außenminister John Kerry und seine zweite Ehefrau Teresa Heinz Kerry. Der Konzern war vom Großvater ihres ersten Mannes gegründet worden. Kerry hatte angekündigt, sich nach seiner Vereidigung von dieser wie auch von anderen Firmenbeteiligungen zu trennen.

Heinz-Konzernchef William R. Johnson erklärte, sein Konzern schlage nun ein neues Kapitel auf. Bei dem aktuellen Allzeithoch der Aktie und jahrelangem Wachstum werde Heinz aus einer Position der Stärke heraus übernommen. Buffett äußerte sich zuversichtlich, Heinz habe auch dank seines Markennamens "ein starkes, nachhaltiges Wachstumspotenzial."

 
Berkshire Hathaway CEO Warren Buffett attends the Allen & Co Media Conference in Sun Valley, Idaho July 12, 2012. REUTERS/Jim Urquhart (UNITED STATES - Tags: SCIENCE TECHNOLOGY BUSINESS MEDIA SOCIETY WEALTH) - RTR34VB8