Sparkassen schreiben Hälfte von LBB-Engagement ab

Donnerstag, 14. Februar 2013, 17:04 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die deutschen Sparkassen mussten Ende 2012 erneut eine Wertberichtigung auf ihren Anteil bei der Landesbank Berlin vornehmen.

"Wenn man sich die letzten Jahre anschaut, ist etwa die Hälfte des Engagements abgeschrieben", sagte der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes OSV, Claus Friedrich Holtmann, am Donnerstag. "Die frohe Botschaft ist, dass wir uns die Abschreibung leisten konnten." Dies sei ein Beitrag, um die Struktur der gesamten Sparkassenorganisation zu verbessern. Holtmann rechtfertigte den LBB-Kauf, der Mitte 2007 mit gut fünf Milliarden Euro jedoch teuer ausgefallen sei. Wenig später hätte man die Bank nach Ausbruch der Finanzkrise günstiger bekommen, sagte Holtmann. Als Investition unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nach dem Motto "Ich kaufe mir eine Aktie und erwarte Dividende", sei der Deal nicht sehr erfolgreich gewesen.

Die 46 Sparkassen im OSV hätten im vorigen Jahr 96,2 Millionen Euro auf die LBB abgeschrieben, sagte Holtmann, der auch im LBB-Aufsichtsrat sitzt. Bundesweit lagen die Belastungen bei 910 Millionen Euro, wie im Dezember bekannt geworden war. Die LBB soll zur Hauptstadtsparkasse schrumpfen, große Teile des Kapitalmarkt- und Fondsgeschäfts soll der Fondsdienstleister Deka bekommen, der ebenfalls den Sparkassen gehört. Beide Konzerne arbeiten an der Umsetzung der Neuausrichtung. Wie jüngst verschiedene Insider berichteten, soll der Deal zu Beginn der zweiten Jahreshälfte vertraglich klar sein. Holtmann sagte nur, er sei zuversichtlich, dass man hier 2013 einen "großen Schritt weiter nach vorne" machen werde.

OST-SPARKASSEN STEIGERN GEWINN, EINLAGEN UND KREDITE

Besser als beim LBB-Engagement lief es für die ostdeutschen Sparkassen operativ. Sie schraubten den Vorsteuergewinn um 1,3 Prozent auf 578 Millionen Euro. Für 2013 erwartet Holtmann wegen der niedrigen Zinsen einen leichten Gewinnrückgang. Er betonte aber: "Wir würden die Niedrigzinsphase vier bis fünf Jahre überstehen, ohne dass wir Ertragsprobleme hätten."

Im vorigen Jahr profitierten die Sparkassen erneut vom Bauboom und steigerten ihre Immobilienfinanzierungen um fast 22 Prozent. Die Kreditneuvergabe an Firmenkunden kletterte um zwölf Prozent, der gesamte Kreditbestand legte um gut vier Prozent auf 40 Milliarden Euro zu. Damit schwimmen die Institute in Liquidität, denn die Einlagen übertreffen mit 84,7 Milliarden Euro das Kreditvolumen um mehr als das Doppelte.

Der OSV vertritt die Interessen der Sparkassen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.