Commerzbank schrumpft "Bad Bank" - Schiffskredite machen Sorgen

Freitag, 15. Februar 2013, 08:55 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Commerzbank gibt beim Abbau ihrer Altlasten Gas.

2012 schrumpfte das Portfolio der internen "Bad Bank" um 17 Prozent auf 151 Milliarden Euro, wie Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus am Freitag mitteilte. Dabei fokussierte sich die Commerzbank vor allem auf die gewerbliche Immobilien- und Staatsfinanzierung. Der Weg ist aber noch lang, denn bis 2016 soll das Portfolio dieser Abbaueinheit NCA auf gut 90 Milliarden Euro abschmelzen - vorzugsweise wertschonend über Fälligkeiten, in Einzelfällen werden nach früheren Angaben durch den Verkauf von Papieren aber auch Verluste in Kauf genommen.

In der Bad Bank lagert der Immobilien- und Staatsfinanzierer Eurohypo, inzwischen umbenannt in Hypothekenbank Frankfurt, sowie die Schiffsbank. Aus all diesen Geschäftsbereichen zieht sich die Commerzbank komplett zurück. Auch einige Uraltlasten aus der Investmentbank von der Finanzkrise 2008 sind dabei. Im vierten Quartal 2012 belief sich der operative Verlust in der Sparte NCA auf 447 Millionen Euro, ein Jahr zuvor war das Loch noch drei Mal so groß. Im Gesamtjahr reduzierte sich der Verlust auf 1,5 Milliarden Euro. 2011 hatte noch ein Minus von vier Milliarden wegen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen zu Buche gestanden. Das Engagement in dem Schuldenland hat die Commerzbank inzwischen komplett abgebaut.

Jetzt ist nicht mehr die Staatsfinanzierung das größte Sorgenkind, sondern die Schiffsfinanzierung. Die trübe Lage in der Branche ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Risikovorsorge in der Bad Bank auf fast 1,4 Milliarden Euro anschwoll (2011: 903 Millionen Euro). Entwarnung für das laufende Jahr gab die Commerzbank nicht. Und bei der Hypothekenbank Frankfurt läuft der Stellenabbau an, der Geld kostet: Bis Ende 2015 fallen rund 500 Vollzeit-Jobs weg, das ist jede zweite Stelle bei der Tochter.