Beteiligungsfirma Gesco kann sich 2013 Käufe vorstellen

Freitag, 15. Februar 2013, 17:30 Uhr
 

Köln/Frankfurt (Reuters) - Die auf Maschinen- und Fahrzeugbau spezialisierte Beteiligungsfirma Gesco sieht die Marktlage derzeit recht optimistisch und kann sich noch 2013 weitere Zukäufe vorstellen.

"2013 kann durchaus wieder was kommen", sagte Vorstand Hans-Gert Mayrose am Freitag im Gespräch mit Reuters. Für nicht allzu große Akquisitionen seien die eigenen liquiden Mittel ausreichend, auch wenn Investitionen und die jüngsten vier Übernahmen den Gewinn nach neun Monaten belasteten. Unter dem Strich wollen die Wuppertaler in dem bis Ende März laufenden Geschäftsjahr 2012/2013 20,5 (Vorjahr: 22,6) Millionen Euro einnehmen. Der Umsatz soll auf 438 (Vorjahr: 415,4) Millionen Euro steigen. "Wenn wir die Prognose zum jetzigen Zeitpunkt uneingeschränkt bekräftigen, dann wird das nach unserer Erwartung keine Hängepartie werden", sagte Mayrose.

Für die Aktionäre könnte damit eine Dividende um die 2,50 Euro je Papier herausspringen. "Unsere Faustregel ist, 40 Prozent des Konzernjahresüberschusses auszuschütten. Wir wollen an dieser Politik festhalten", stellte Mayrose klar. Für 2011/2012 hatten die Anteilseigner noch 2,90 Euro je Aktie bekommen. Nach anfänglichen Verlusten lag die Gesco-Aktie am Mittag im Kleinwerteindex SDax 0,14 Prozent im Plus.

GESCO SIEHT BRANCHENLAGE RECHT POSITIV

Gesco ist auf den Kauf von mittelständischen Unternehmen aus dem Werkzeug- und Maschinenbau sowie der Kunststoff-Technik spezialisiert. Der Maschinenbau musste jedoch 2012 einen Rückschlag hinnehmen und die Autoindustrie, für die Gesco-Firmen zuliefern, kämpft mit der Rezession in vielen europäischen Ländern. Doch Mayrose gab sich - wie auch die Branchenverbände zuletzt - zuversichtlich. Der Maschinenbau sei oft von hohen Auftragsbeständen und langen Laufzeiten gekennzeichnet. "Kurzfristige Schwankungen im Geschäft wirken sich nicht unbedingt nachhaltig aus." Am Automarkt profitierten deutsche Firmen zudem von der Nachfrage nach Investitionsgütern aus dem Ausland, vor allem den USA.

Für Gesco selbst wagte Mayrose aber noch keine Prognose. Es seien noch Effekte aus der Konsolidierung der vier Zukäufe zu spüren. "Und ob wir steigende Gewinne verzeichnen können oder nicht, wird sehr stark von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in 2013 abhängen. Was man qualitativ sagen kann von der Stimmung her, 2013 wird sicherlich kein schlechtes Jahr werden." In den ersten neun Monaten 2012/2013 stieg der Umsatz um 8,3 Prozent auf 335 Millionen Euro, der Überschuss schrumpfte jedoch auf 16,9 von 17,4 Millionen Euro, auch weil Gesco nicht mehr so hohe Preise erzielen konnte wie noch im Boomjahr 2011.