Finmeccanica: Indien stornierte Helikopter-Geschäft nicht

Sonntag, 17. Februar 2013, 11:39 Uhr
 

London (Reuters) - Die britische Helikopter-Tochter AgustaWestland des italienischen Rüstungskonzerns Finmeccanica dementiert, dass Indien ein millionenschweres Hubschraubergeschäft rückgängig gemacht hat.

"Das indische Verteidigungsministerium hat den Vertrag nicht storniert, jedoch Informationen innerhalb von sieben Tagen angefragt", hieß es in einer Mitteilung von AgustaWestland vom Samstag. Das Unternehmen bereite derzeit die Antwort auf das Schreiben vor, um die Fristvorgabe der indischen Behörden zu erfüllen.

Ein Sprecher des indischen Verteidigungsministeriums hatte am Freitag gesagt, das Indien wegen der Korruptionsvorwürfe gegen Finmeccanica ein Hubschraubergeschäft mit dem Rüstungskonzern annullieren wolle. Es geht um eine Order in Höhe von 560 Millionen Euro über ein Dutzend Hubschrauber, die von hochrangigen indischen Politikern genutzt werden sollten. Die Zahlungen dafür hat Indien bereits eingefroren. Hintergrund ist die Verhaftung des Finmeccanica-Chefs Giuseppe Orsi vor einigen Tagen. Ihm wird vorgeworfen, Schmiergelder gezahlt zu haben, damit der Konzern den Auftrag erhält. Orsi bestreitet jedes Fehlverhalten. Der Fall wird auch in Indien untersucht, wo Bestechung bei den nächsten Wahlen ein großes Thema werden dürfte.