Mäßiger Bierdurst der Russen ernüchtert Carlsberg

Montag, 18. Februar 2013, 15:51 Uhr
 

Kopenhagen (Reuters) - Dem dänischen Brauer Carlsberg mit Marken wie Tuborg, Astra und Holsten macht die stagnierende Trinkfreude der Russen zu schaffen.

Das Geschäft in Osteuropa wuchs im vierten Quartal nicht so stark wie erwartet und konnte damit den schwierigen Absatz im rezessionsgeplagten Westeuropa nicht wie erhofft ausgleichen. Da half der Carlsberg-Aktie am Montag auch nicht, dass der Betriebsgewinn im vierten Quartal um 17 Prozent zulegte. Bei Anlegern läuteten die Alarmglocken: Der Anteilsschein der weltweiten Nummer vier der Bierbranche brach um knapp sieben Prozent ein.

Auch für 2013 rechnet Carlsberg mit Problemen. Der Sparkurs in Westeuropa, bei dem es vor allem um niedrigere Kosten durch Zentralisierung bei Verwaltung, Produktion und Transport geht, wird das Ergebnis belasten. Carlsberg schraubte seine Erwartungen an den Betriebsgewinn fürs laufende Jahr auf rund 1,34 Milliarden Euro herab. 2012 lag er bei 1,3 Milliarden Euro.

Im vierten Quartal legte der operative Gewinn auf umgerechnet 288 Millionen Euro (2,15 Milliarden Kronen) zu. Damit blieb er leicht hinter den Erwartungen. Der Umsatz wuchs um sieben Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Trotz seiner Osteuropa-Initiative setzt Carlsberg weiterhin mehr als die Hälfte seiner Biere in Westeuropa ab. Beim Wachstum sind die Dänen stark abhängig von der Entwicklung in Russland. Dort profitierte Carlsberg im vierten Quartal weniger von seiner Marktführerschaft als in der Vergangenheit. Die russische Regierung versucht, den Missbrauch von Alkohol stärker unter Kontrolle zu bringen und hat beispielsweise Steuern erhöht und Werbung verboten. Carlsberg senkte seine Renditeziele für Osteuropa.

Sydbank-Analyst Morten Imsgaard sagte über die Geschäftszahlen: "Sie zeichnen das Bild einer Brauerei, die nicht vollkommen die Kontrolle besitzt über Faktoren, die wichtig für ihre Bilanz sind."