Tele-Columbus-Übernahme durch Kabel Deutschland vor dem Aus

Dienstag, 19. Februar 2013, 08:39 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Übernahme des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus durch den deutschen Branchenprimus Kabel Deutschland steht vor dem Aus.

Das Bundeskartellamt sei in einer vorläufigen Einschätzung zu der Auffassung gelangt, dass die im Zuge eines Zusammenschlusses angebotenen Netzveräußerungen nicht ausreichten, die wettbewerbsrechtlichen Bedenken auszuräumen, teilte Kabel Deutschland am späten Montagabend mit. Die Bonner Behörde habe vielmehr doppelt so viele Netzveräußerungen in Ostdeutschland gefordert, wie von dem Konzern für den Fall der Genehmigung zugesagt. Diese Anforderung sei für Kabel Deutschland wirtschaftlich nicht vertretbar. Das Unternehmen erklärte, es gehe nun davon aus, dass die geplante Akquisition von Tele Columbus vom Bundeskartellamt untersagt werde.

Der Marktführer aus München hatte die gut 600 Millionen Euro schwere Transaktion im vergangenen Mai angekündigt. Tele Columbus ist vor allem in Ostdeutschland sowie in Hessen und Nordrhein-Westfalen aktiv. Kabel Deutschland hatte nach eigenen Angaben die Veräußerung von Tele-Columbus-Netzen in Berlin, Dresden und Cottbus angeboten. Das Bundeskartellamt habe dagegen gefordert, dass Kabel Deutschland sich von fast 60 Prozent der zu erwerbenden Netze in Ostdeutschland trenne.

Das Kartellamt steht Übernahmen in der Kabelbranche traditionell sehr skeptisch gegenüber. Die Expansionspläne von Kabel Deutschland stoppten die Beamten schon einige Male. Den Zusammenschluss des zweitgrößten deutschen Betreibers Unitymedia mit Kabel BW genehmigten sie nur unter weitreichenden Auflagen.

 
REUTERS/Michaela Rehle