Anlagenbauer Dürr steuert auch 2013 auf Rekordkurs

Dienstag, 19. Februar 2013, 14:16 Uhr
 

Stuttgart (Reuters) - Der Anlagen- und Maschinenbauer Dürr peilt nach dem jüngsten Rekordjahr schon die nächsten Bestmarken an.

"Auch 2013 wird ein ordentliches Jahr werden", stellte der Vorstandschef Ralf Dieter am Dienstag bei der Vorlage der vorläufigen Bilanz für das zurückliegende Jahr in Stuttgart in Aussicht. Umsatz und Ergebnis legten dank hoher Auslastung voraussichtlich weiter zu. Dabei hilft dem Unternehmen der Rückenwind durch die Expansion der Autohersteller in den Schwellenländern.

Mit dem um acht Prozent auf gut 2,3 Milliarden Euro gewachsenen Auftragsbestand ist der für seine Lackier- und Montage-Anlagen bekannte Konzern rechnerisch bereits jetzt bis ins Jahr 2014 hinein ausgelastet. Die mittlerweile knapp 7700 Beschäftigte zählende Belegschaft soll nochmals wachsen, wenn auch nicht mehr so schnell wie im vergangenen Jahr: 2012 stockte Dürr die Belegschaft um gut zwölf Prozent auf, vor allem in China kamen weitere Beschäftigte dazu.

Wie kaum ein zweites deutsches Unternehmen hat sich Dürr mit dem China-Geschäft ein starkes Standbein verschafft. Ein Drittel der weltweiten Bestellungen für neue Anlagen und Maschinen im Volumen von knapp 2,6 Milliarden Euro stammt inzwischen aus dem bevölkerungsreichen Riesenreich, wo der Hunger nach neuen Autos ungestillt ist und daher auch in den kommenden Jahren rasantes Wachstum verspricht. In den Industrieländern setzen die bei Lackier-Robotern marktführenden Schwaben auf die Modernisierung bestehender Auto-Lackierereien, die zum Teil 20 Jahre und älter sind. Zunehmend in den Blick von Dürr rückt zudem die bisher von japanischen Autoherstellern dominierte Region Südostasien mit Ländern wie Thailand, Malaysia sowie Indonesien mit einer Bevölkerung von insgesamt rund einer halbe Milliarde Menschen.

AKTIONÄRE SOLLEN FAST 90 PROZENT MEHR DIVIDENDE BEKOMMEN

2012 kletterte der Umsatz um ein Viertel auf den Rekordwert von knapp 2,4 Milliarden Euro, vor Steuern und Zinsen verdiente Dürr mit 176,9 Millionen Euro so viel wie nie zuvor und zwei Drittel mehr als im Vorjahr. Nach Steuern verblieben mit 111 Millionen Euro 73 Prozent mehr in der Kasse. Daher will der vom früheren Deutsche-Bahn-Chef Heinz Dürr kontrollierte Konzern die Dividende auf 2,25 Euro je Aktie von 1,20 Euro erhöhen.

"2013 und darüber hinaus wollen wir an das erreichte Ertragsniveau anknüpfen", sagte Vorstandschef Dieter. Dürr könne die operative Rendite mit sieben bis 7,5 Prozent auf dem erreichten Niveau halten. Die Kapazitäten seien voll ausgelastet. "Ein stabiles Konjunkturumfeld vorausgesetzt, erwartet Dürr im Jahr 2013 leichte Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis", stellte das Management in Aussicht. Weltweit sollen Aufträge über 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro eingesammelt werden.

Mit einer prall gefüllten Kasse von rund 300 Millionen Euro stehen auch Zukäufe auf der Tagesordnung. Noch im ersten Quartal könne die kleine Sparte Flugzeug-Montagetechnik mit der Übernahme eines Ingenieurbüros in den USA verstärkt werden, sagte Vorstandschef Dieter zu Reuters. Veranschlagt sei dafür ein einstelliger Millionenbetrag, mit dem Zukauf solle die Kundenbasis um den mit Airbus konkurrierenden US-Flugzeughersteller Boeing erweitert werden. Von der noch im Spätsommer ebenfalls ins Auge gefassten Expansion in Argentinien hat Dürr hingehen Abstand genommen, da das Unternehmen die politischen Risiken dort scheut.

Bei den Investoren kamen die vorläufige Bilanz und der Ausblick gut an: Der Aktienkurs kletterte um knapp acht Prozent auf das Rekordhoch von 86 Euro. Binnen Jahresfrist hat sich der Kurs der im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Aktien verdoppelt. Anleger verwiesen auf die kräftige Dividendenanhebung und die operative Ertragskraft. Der Ausblick sei konservativ, urteilte die LBBW.