Aareal Bank winkt mit Dividende - Auch Zukäufe kein Tabu

Mittwoch, 20. Februar 2013, 13:39 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Immobilienfinanzierer Aareal hofft auf eine weitere Entspannung in der Schuldenkrise und lockt die Anleger mit der Aussicht auf eine Dividende.

Die Ausschüttung könne es schon für das Jahr 2013 geben, wenn das Ergebnis stimme, sagte Vorstandschef Wolf Schumacher am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. "Wir sind in guter Form." Dass sein Haus beim Steuerzahler noch mit 300 Millionen Euro in der Kreide steht, sieht er dabei nicht als Hindernis. Es müsse nicht zwingend so sein, dass zuerst die verbliebenen Stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds SoFFin zurückgezahlt werden, sagte er. Schließlich würden die Zinsen darauf bedient. Die Staatshilfen stünden auch Zukäufen nicht im Wege, ergänzte Finanzchef Hermann Merkens. Über einen öffentlichen Aufschrei mache sich die Bank keine Sorgen.

Am Markt kam die Botschaft gut an. Die Aareal-Aktie legte bis zum frühen Nachmittag rund drei Prozent zu und war damit einer der größten Gewinner im Nebenwerteindex MDax. Aareal ist zwar als eine der wenigen Immobilienbanken hierzulande recht gut durch die Finanzkrise gekommen, während Konkurrenten wie die Eurohypo und die Hypo Real Estate kollabierten. Doch Schumacher, der die Staatshilfen stets als Vorsichtsmaßnahme bezeichnet hatte, verlangte den Aktionären Geduld ab: Die letzte Dividende hatte es für das Geschäftsjahr 2007 gegeben: 50 Cent pro Aktie.

Gäbe es eine Ausschüttung für 2013 und vor der Rückzahlung der letzten Staatshilfen, würde auch der Steuerzahler profitieren, erklärten Schumacher und Merkens. Denn dann müsste die Aareal auch höhere Zinsen für die Stillen Einlagen zahlen, im Moment sind es neun Prozent. Den Zeitplan für die Rückführung halte sich die Bank im unsicheren regulatorischen Umfeld nach wie vor offen. Allerdings erfüllt Aareal die strengeren Kapitalanforderungen schon heute und kommt nach dem neuen Regelwerk Basel III auf eine harte Kernkapitalquote von 10,3 Prozent. Die eine Milliarde Euro, die sich Aareal beim zweiten Dreijahrestender der Europäischen Zentralbank (EZB) Anfang 2012 besorgt hatte, will die Bank zum 28. Februar vollständig zurückzahlen.

Zum Thema Zukäufe ließen sich die Manager nicht aus der Reserve locken. Nach Angaben aus Finanzkreisen streckt Aareal gerade wieder die Fühler nach dem kleineren Wettbewerber Corealcredit aus. Schumacher wollte darauf nicht näher eingehen, sondern betonte lediglich: "Wenn es Möglichkeiten im Markt gibt, dann werden wir uns das anschauen."

NEUGESCHÄFT WIRD HOCHGEFAHREN

2012 hatte die Immobilienbank wie erwartet einen Gewinnrückgang verbucht, weil die niedrigen Zinsen und die Zurückhaltung in der Kreditvergabe ihre Spuren hinterließen, obwohl die Margen höher sind als vor der Krise. Das Betriebsergebnis lag bei 176 Millionen Euro und damit fünf Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres. Diesen hält Schumacher für 2013 aber durchaus wieder für möglich, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, wie er erklärte. Unter dem Strich und nach Abzug der Zinsen für die verbliebenen Stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds SoFFin blieben im vergangenen Jahr 85 Millionen Euro übrig, ein Minus von neun Prozent.

Das Neugeschäft, das 2012 auf 6,3 (2011: 8,0) Milliarden Euro schrumpfte, will die Aareal dieses Jahr wieder hochfahren und peilt ein Volumen von sechs bis sieben Milliarden Euro an.