"New York Times" will erneut "Boston Globe" verkaufen

Donnerstag, 21. Februar 2013, 09:35 Uhr
 

New York (Reuters) - Der Verlag der "New York Times" will sich künftig ohne das Tochterblatt "Boston Globe" am hart umkämpften US-Zeitungsmarkt behaupten.

Zum zweiten Mal steht der "Globe" zusammen mit der Tageszeitung "Worcester Telegram & Gazette" deshalb nun auf dem Verkaufszettel, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Die Veräußerung wäre der erste Paukenschlag des neuen Zeitungschefs Mark Thompson, der im November seine neue Stellung antrat. Ohne den "Globe" und die "Telegram & Gazette" blieben ihm noch das Flaggschiff "New York Times" und dessen internationales Pendant, der "International Herald Tribune", um sich in Zeiten schwindender Leserzahlen und schrumpfender Werbeumsätze am schwierigen Markt durchzusetzen.

Analysten zufolge muss sich Thompson jedoch auf einen hohen Verlust einstellen. Ken Doctor von Outsell Research schätzt, dass der "Globe" nur noch 150 Millionen Dollar einbringen könnte. 1993 hatte der Verlagskonzern 1,1 Milliarden Dollar bezahlt. Bereits 2009 hatten die New Yorker versucht, den Verluste schreibenden "Globe" zu verkaufen. Doch nach Zugeständnissen von Gewerkschaften und Kostensenkungen wurde davon Abstand genommen.