Öl und Gas sollen bei OMV nach Rekordjahr weiter sprudeln

Donnerstag, 21. Februar 2013, 17:19 Uhr
 

Düsseldorf/Wien (Reuters) - Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV blickt nach dem Rekordergebnis 2012 optimistisch in die Zukunft.

"Die Produktion in Libyen und im Jemen ist wieder so hoch wie vor der Krise", sagte Vorstand Jaap Huijskes am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz. Dort war es wegen anhaltender Proteste gegen die Regierungen und Straßenkämpfen zu Lieferunterbrechungen gekommen. Nach der Wiederaufnahme der Förderung in den beiden Ländern und auch dank neuer Projekte dürfte sich die Produktion dieses Jahr stabilisieren und 2014 sogar steigen, stellte Huijskes in Aussicht. OMV sei auf gutem Weg, die für 2016 geplante Fördermenge von 350.000 Barrel pro Tag zu erreichen, merkte er an. Besonders im Blick hat OMV Rohstoffvorkommen am Schwarzen Meer, in der Nordsee und in Pakistan. Auch im Nordirak baut OMV Testbohranlagen.

Beim Problemkind Gasgeschäft erwartet OMV 2013 Entlastungen, weil die Beteiligung EconGas ab April mit der russischen Gazprom über die Einkaufspreise nachverhandeln kann. Diese sind an den Ölpreis gekoppelt und höher als die Preise, die der Zwischenhändler EconGas selbst am Markt erzielen kann. "Wir sind bemüht, den Preis so schnell und so viel wie möglich anzupassen", sagte Bereichsvorstand Hans-Peter Floren. Doch werde eine Differenz bleiben, schränkte er ein. 2012 sank der operative Gewinn des Gas- und Energiegeschäfts von OMV um 23 Prozent. Auch deutschen Konkurrenten wie RWE oder E.ON macht die Preisdifferenz zu schaffen. Mit E.ON hat sich Gazprom bereits auf niedrigere Preise geeinigt.

AKTIONÄRE SOLLEN MIT HÖHERER DIVIDENDE BELOHNT WERDEN

Mit der Entwicklung im abgelaufenen Jahr zeigte sich der Vorstand aber insgesamt sehr zufrieden. "Ich darf ihnen heute vom besten Jahr in der Geschichte der OMV berichten", sagte Konzernchef Gerhard Roiss. Daran sollen auch die Aktionäre beteiligt werden, denen OMV eine um zehn Cent höhere Dividende von 1,20 Euro je Aktie zahlen will.

Neben der wieder in Gang gekommenen Produktion in den afrikanischen Krisenstaaten halfen OMV im abgelaufenen Jahr auch eine stabilisierte Produktion in Rumänien und Österreich und ein stärkerer Dollar. Zudem schlug sich OMV im Raffinerie- und Tankstellengeschäft gut, das den operativen Gewinn verdoppeln konnte. Der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (Clean CCS Ebit) kletterte im Konzern im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenerwartungen knapp. Der bereinigte Überschuss vor Sondereffekten erhöhte sich um 42 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 25 Prozent auf 42,6 Milliarden Euro.

Am Markt zeigte die Bilanz keine nachhaltige positive Wirkung. Nach anfänglichen Gewinnen verlor die OMV-Aktie bis zum Mittag 2,15 Prozent, weil Anleger Gewinne mitnahmen.