Insider: KlöCo lotet Interesse von Aktionär Knauf aus

Donnerstag, 21. Februar 2013, 17:23 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Der Baustoff-Unternehmer Albrecht Knauf und der Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) gehen einem Insider zufolge langsam aufeinander zu.

Es gebe erste Kontakte, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Knauf hatte am Montag überraschend eine Beteiligung von fast acht Prozent an KlöCo gemeldet. KlöCo fürchtet eine Übernahme durch den Gips-Milliardär, der selbst mit der Essener Knauf Interfer im Stahlhandel aktiv ist. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" will Knauf seine Beteiligung an dem MDax-Konzern auf mindestens 25 Prozent erhöhen, aber die Marke von 30 Prozent nicht überschreiten. Damit würde der 70-Jährige ein teures Übernahmeangebot vermeiden.

Knauf hatte für gut 70 Millionen Euro 7,82 Prozent an dem Stahlhändler gekauft. Die Aktie legte seither um mehr als zehn Prozent zu, am Donnerstag notierte sie über zwei Prozent im Plus. Die Unternehmen wollten sich zu den Entwicklungen nicht äußern. "Das ganze Thema kommentieren wir nicht", sagte ein KlöCo-Sprecher. Vorstandschef Gisbert Rühl will am 6. März die Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 präsentierten und könnte sich dabei auch zu dem Stand der Gespräche mit Knauf äußern.

Der Unternehmer hatte sein Engagement als "strategisch" bezeichnet. Er dränge als größter Aktionär auch auf mindestens einen Sitz im Aufsichtsrat. Laut "Handelsblatt" könnte Knauf Interfer auch mit KlöCo fusionieren, indem die börsennotierte KlöCo den kleineren Essener Konkurrenten übernähme. Analysten schätzten den Kaufpreis für Interfer auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Interfer ist deutlich kleiner als KlöCo, hat aber in Deutschland eine starke Stellung im Handel mit Stahl. KlöCo ist an der Börse rund eine Milliarde Euro wert.

Mit einer Fusion von Interfer und KlöCo könnte Knauf ein teures Übernahmeangebot umgehen. Bringt er sein Unternehmen als Sacheinlage - also etwa gegen Aktien - bei KlöCo ein, muss er den übrigen Aktionären nur den gewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate bieten. Stockt er über Aktien auf, haben sie Anspruch auf den letzten Kurs, den Knauf selbst gezahlt hat.