Spartenverkauf brockt AIG Milliarden-Verlust ein

Freitag, 22. Februar 2013, 08:27 Uhr
 

New York (Reuters) - Der in der Finanzkrise vom Staat gerettete US-Versicherer AIG hat im abgelaufenen Quartal vier Milliarden Dollar Verlust gemacht.

Als Grund dafür führte das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss den Verkauf seines Flugzeugleasing-Geschäfts an. Im Schlussquartal des Vorjahres hatte AIG noch einen Gewinn von 21,5 Milliarden Dollar verbucht. Der Hurrikan Sandy kostete den US-Versicherer im vierten Quartal 1,3 Milliarden Dollar.

Auf operativer Basis verdiente AIG in den drei Monaten 290 Millionen Dollar, was 20 Cent pro Aktie entsprach, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Dies lag über den Erwartungen von Analysten, die durchschnittlich mit einem Verlust von acht Cent je Aktie gerechnet hatten. Bei Investoren kam die Nachricht trotz des Milliardenverlustes gut an: Im nachbörslichen Handel legten AIG-Aktien 2,5 Prozent zu. Der US-Konzern hatte bereits Ende 2012 erklärt, durch den Verkauf des Leasing-Geschäfts an Investoren aus China entstehe AIG ein Verlust von 4,4 Milliarden Dollar, unter anderem durch Steuerbelastungen.

Vor vier Jahren drohte AIG die gesamte Weltwirtschaft noch in den Abgrund zu reißen: Der einst weltgrößte Versicherer stand wegen fauler Kredite und Fehlinvestitionen kurz vor der Pleite. Doch der einst weltgrößte Versicherer wurde mit Hilfe der US-Steuerzahler mittlerweile vollständig saniert. Im Dezember trennte sich die Regierung in Washington von ihren letzten AIG-Anteilen. Unter dem Strich hat der Staat mit seinem riskanten Manöver nach Regierungsangaben sogar Geld verdient.