Air France-KLM steuert Gewinnzone an

Freitag, 22. Februar 2013, 11:55 Uhr
 

Paris (Reuters) - Air France-KLM nähert sich langsam der Gewinnzone.

Die französisch-niederländische Fluggesellschaft teilte am Freitag mit, den operativen Verlust 2012 auf 300 Millionen Euro reduziert zu haben, nachdem es 2011 noch 353 Millionen waren. Noch nie war die Auslastung der Flieger so hoch wie im vergangenen Jahr, die Zahl der beförderten Passagiere stieg um gut zwei Prozent. Außerdem profitierte das Unternehmen von höheren Preisen bei Transatlantik-Flügen. Analysten trauen dem Lufthansa-Rivalen dieses Jahr wieder schwarze Zahlen zu.

Das Minus von Air France-KLM fielen um 25 Millionen Euro niedriger aus als von Analysten erwartet. Der Konzernumsatz erhöhte sich 2012 um gut fünf Prozent auf 25,63 Milliarden Euro. Finanzchef Philippe Calavia lehnte eine konkrete Gewinnprognose für dieses Jahr ab. Das Umfeld sei zu unsicher, hieß es zur Begründung. Schwarze Zahlen sollen es aber werden. Branchenexperten trauen dem Konzern operativ ein Plus von 346 Millionen Euro und dann 885 Millionen im nächsten Jahr zu. Das Management verhandelt gerade über die Gehälter und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter. 5100 Stellen sollen abgebaut werden.

Wie Lufthansa ist auch Air France-KLM unter Druck durch die scharfe Konkurrenz von Billig-Anbietern und den Airlines aus den Golf-Staaten. Positiv sei der Zusammenschluss von American und US Airways zur weltgrößten Fluggesellschaft, sagte Calavia. Dadurch würden auf Strecken zwischen Europa und Amerika Überkapazitäten abgebaut.

DIE SCHULDEN MÜSSEN RUNTER

Calavia ergänzte, das Hauptziel sei, die Verschuldung von noch knapp sechs Milliarden Euro weiter zu senken. "Alles andere wird getan, um dies zu unterstützen." Vergangenes Jahr sei sie wegen Verkäufen und geringeren Ausgaben um gut 500 Millionen Euro gefallen. Bis Ende 2014 soll die Verschuldung auf 4,5 Milliarden Euro reduziert werden.

Die Lufthansa hatte ebenfalls diese Woche Einblick in die Geschäftslage gegeben. Trotz einer Milliarde Euro Überschuss will die Kranich-Fluglinie die Dividende für 2012 ausfallen lassen. Es sei momentan wichtiger, alle verfügbaren Mittel ins Unternehmen zu investieren, sagte Konzernchef Christoph Franz. Das einbehaltene Geld soll in neue Flugzeuge gesteckt werden. Ähnlich wie bei Air France-KLM stehen die Zeichen bei der Lufthansa auf Sparen. Neben Stellenstreichungen wird geprüft, den Stammsitz der Lufthansa in Köln zu schließen.

 
President and CEO of Dutch airline KLM Peter Hartman (R) speaks with Camiel Eurlings, current managing director in charge of cargo, as Chairman and CEO of Air France-KLM Jean-Cyril Spinetta (L) looks on at the end of the presentation of the company's 2012 annual result in Paris February 22, 2013. Eurlings will replace Hartman on July 1st, 2013. REUTERS/Philippe Wojazer (FRANCE - Tags: BUSINESS) - RTR3E43O