Auch Energiekonzern RWE legt Tarifstreit bei

Freitag, 22. Februar 2013, 19:01 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Nach E.ON hat auch der Energiekonzern RWE einen Arbeitskampf abgewendet und sich mit den Gewerkschaften auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt.

"Es gibt eine Vereinbarung", sagte eine Verdi-Sprecherin zu Reuters. Die Tarifkommission von Verdi und IG BCE müsse dieser am Montag aber noch zustimmen. Auch die Arbeitgeberseite müsse noch endgültig grünes Licht geben. Details würden noch nicht genannt. Eine RWE-Sprecherin bestätigte, dass es eine Vereinbarung unter Vorbehalt gebe.

Die Gewerkschaften hatten für die 30.000 Beschäftigten in Deutschland sechs Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert. Zudem hatten Arbeitnehmervertreter eine Verlängerung der Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung um zehn Jahre verlangt. RWE-Vorstandschef Peter Terium hatte dies abgelehnt und zwei Jahre in Aussicht gestellt. Der Manager ist auf eine gute Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften angewiesen. Er will in dem Konzern, der durch die Atomwende und das schwächelnde Gasgeschäft unter Druck geraten ist, tausende Stellen streichen. Zudem sollen Beschäftigte flexibler in anderen Bereichen des Unternehmens eingesetzt werden können.

Bei E.ON hatten am Donnerstag die organisierten Beschäftigten einer Tarifvereinbarung zugestimmt. Danach erhalten die 30.000 Mitarbeiter in Deutschland ab Januar 2,8 Prozent mehr Lohn und für März eine Einmalzahlung von 300 Euro. Die Laufzeit beträgt 13 Monate. Sowohl bei E.ON als auch bei RWE hatte während des Tarifstreits ein Arbeitskampf gedroht. Bei dem 1898 gegründeten Versorger RWE wäre es der erste Streik seit fast 100 Jahren gewesen.