Salzgitters Stahlsparte steckt weiter in den Verlusten

Mittwoch, 27. Februar 2013, 10:14 Uhr
 

Hamburg (Reuters) - Das schwache Stahlgeschäft in Europa macht Salzgitter weiter zu schaffen.

Der Konzern aus Niedersachsen kündigte nach dem zurückliegenden Verlustjahr am Mittwoch für 2013 zwar bei stabilem Umsatz einen Vorsteuergewinn im niedrigen zweistelligen Millionenbereich an. Die Stahlsparte werde aber weiter rote Zahlen schreiben. An der Börse kam dies nicht gut an. Die DZ Bank kündigte an, ihre Annahmen für die Salzgitter-Aktie zu überprüfen. Dennoch verlor das im MDax gelistete Papier des ThyssenKrupp-Rivalen in einem stabilen Umfeld kaum an Wert.

Salzgitter macht der heftige Preiskampf in Europa zu schaffen, durch den die Erlöse unter Druck stehen. Entlastung erhofft sich der Konzern im laufenden Jahr von sinkenden Rohstoffkosten und einem Sparprogramm, an dem der Vorstand derzeit arbeitet. Dazu dreht das Management in dem Unternehmen mit einem Umsatz von zuletzt gut zehn Milliarden Euro und weltweit gut 23.000 Beschäftigten jeden Stein um. Ziel ist, auch bei stagnierenden Märkten Erträge zu erwirtschaften. Der Plan zur Umsetzung des Programms mit dem Titel "Salzgitter AG 2015" soll zur Jahresmitte stehen. Ein Sprecher ließ offen, ob dabei auch Personal abgebaut werden soll. "Man muss auf alle Themen gucken", sagte er. Der angeschlagene Konkurrent ThyssenKrupp hatte angekündigt, im europäischen Stahlgeschäft rund 2000 der 27.600 Stellen zu streichen.

Die Erträge will Salzgitter im laufenden Jahr dadurch verbessern, dass die Stahlsparte ihren Vorsteuerverlust stark eindämmt und sich die übrigen Bereiche - bis auf das Röhrengeschäft - stabil halten. Die Technologiesparte soll sich sogar steigern. Im Röhrengeschäft rechnet Salzgitter dagegen wegen der schwachen Konjunktur mit Auslastungsproblemen.

Das schwache Stahlgeschäft in Europa hatte Salzgitter im vergangenen Jahr einen Vorsteuerverlust von 29 Millionen Euro eingebrockt. Damit verfehlte der Konzern seine eigene Prognose. Vor Jahresfrist hatte noch ein Gewinn vor Steuern von gut 200 Millionen Euro zu Buche gestanden. Unter dem Strich summierte sich der Verlust auf 100 Millionen Euro - nach einem Gewinn von 236 Millionen im Jahr 2011. Der Konzern hatte erst im November seine Gewinnprognose kassiert und für das Gesamtjahr ein "in etwa" ausgeglichenes Vorsteuerergebnis angekündigt.

ERHOLUNG IM ZWEITEN HALBJAHR?

Die Schwerindustrie um Weltmarktführer ArcelorMittal steckt in einer Krise. Die Kunden halten sich wegen der unsicheren Konjunkturentwicklung mit Bestellungen zurück und bauen stattdessen ihre Lager ab. Zudem gibt es in Südeuropa Überkapazitäten, die auf den Preisen lasten. Die Hoffnung der Branche richtet sich darauf, dass die Kundschaft aus der Automobilindustrie und dem Maschinenbau ihre Lager im zweiten Halbjahr wieder auffüllt.