LBBW versechsfacht Gewinn - Umbau so gut wie durch

Mittwoch, 27. Februar 2013, 11:08 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erntet allmählich die Früchte ihres Konzernumbaus.

Vor allem dank des stabilen Geschäfts mit Firmenkunden in Baden-Württemberg hat das Institut seinen Gewinn im vergangenen Jahr mehr als versechsfacht auf 398 Millionen Euro. Parallel habe Deutschlands größte Landesbank ihre Risiken weiter abgebaut, sagte LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter am Mittwoch. "Damit können wir heute sagen, dass wir die Restrukturierung weitgehend abgeschlossen haben."

Die Bank, die sich in der Finanzkrise mit riskanten Papieren verzockt hatte und vom Staat gerettet wurde, fuhr ihre Risikoaktiva im vergangenen Jahr von 108 auf 96 Milliarden Euro zurück. Die Bilanzsumme schrumpfte um zehn Prozent auf 336 Milliarden Euro. Auch im laufenden Jahr sollen die Risiken weiter abgebaut werden, kündigte Bankchef Vetter an. Mit dem geplanten Streichung von 2500 Stellen ist das Geldhaus so gut wie durch. Mehr als 2400 Vollzeitstellen seien inzwischen abgebaut worden, erklärte die Bank.

Die Kernkapitalquote stieg um 2,4 Prozentpunkte auf 15,3 Prozent. Im vergangenen Jahr hatten die LBBW-Eigentümer - das Land Baden-Württemberg, der Sparkassenverband Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart - ihre Stille Einlagen in hartes Kernkapital umgewandelt, das von den Aufsehern auch künftig als Sicherheitspuffer akzeptiert wird. Damit sei die LBBW für die verschärften regulatorischen Vorgaben (Basel III) der Aufseher gerüstet, erklärte das Stuttgarter Geldhaus.

IM LÄNDLE IST VOM ABSCHWUNG NICHTS ZU SPÜREN

Die LBBW zählt dank ihrer Verankerung im wohlhabenden Süden Deutschlands zu den stabilsten Landesbanken. Während viele andere Institute 2012 die Vorsorge für Kreditausfälle erhöhten, sank die Risikovorsorge bei der LBBW um neun auf 143 Millionen Euro. "Hier spiegelt sich ungeachtet der konjunkturellen Eintrübung in Deutschland die robuste Verfassung der Unternehmen gerade in den Kernmärkten der LBBW wider", erklärte die Bank.

Über die Erholung des Institut, das im vergangenen Jahr noch mit hohen Abschreibungen im Zuge der europäischen Staatsschuldenkrise zu kämpfen hatte, dürfen sich auch Eigentümer und Investoren freuen. Erstmals seit 2008 wird die LBBW wieder Stille Einlagen und Genussscheine bedienen. Darüber hinaus holt das Geldhaus 41 Prozent der ausgefallenen Ausschüttungen aus den Jahren 2009 bis 2011 nach. Noch offen sind damit allerdings weiter Zahlungen von 239 Millionen Euro.

Für das laufende Jahr gab die Bank keine konkrete Prognose, sie stellt sich jedoch auf Gegenwind ein. "Die LBBW geht davon aus, dass die Rahmenbedingungen für die Finanzbranche auch weiterhin herausfordernd bleiben, beispielsweise aufgrund der vielfältigen regulatorischen Anforderungen."