Kartellamt gibt grünes Licht - "FAZ" darf "FR" kaufen

Mittwoch, 27. Februar 2013, 17:29 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Das Bundeskartellamt erlaubt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" den Kauf der "Frankfurter Rundschau".

"Wir haben hier eine sogenannte Sanierungsfusion geprüft und im Ergebnis bejaht", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Mittwoch. Damit ist die Zukunft der linksliberalen Traditionszeitung vorerst gesichert, wenn auch in stark verkleinerter Form. Für die allermeisten der 450 FR-Mitarbeiter bedeutete der Verkauf das Aus - der Frankfurter Konkurrent will lediglich 30 Beschäftigte übernehmen.

"Diese Entscheidung ebnet den Weg für den langfristigen Erhalt der Zeitung", sagte Insolvenzverwalter Frank Schmitt. "Ich hoffe, dass wir die Verhandlungen nun rechtzeitig abschließen können."

Neben der FAZ war noch ein türkischer Verlag an der FR interessiert. Das Angebot lehnte der Insolvenzverwalter ab, da es wirtschaftlich nicht tragfähig war. Die FR-Eigner - also vor allem der Kölner Verlag M. DuMont Schauberg und die SPD-eigene Medienholding DDVG - hatten im November für die FR Insolvenz angemeldet, nachdem das Blatt in den vergangenen Jahren hohe Verluste schrieb. Im Dezember war eine andere Qualitätszeitung, die "Financial Times Deutschland", eingestellt worden.