Erste Group erwartet auch 2013 keine großen Sprünge

Donnerstag, 28. Februar 2013, 08:46 Uhr
 

Wien (Reuters) - Die Erste Group muss noch länger auf den erhofften Aufschwung warten.

Für das laufende Jahr peilt das Sparkassen-Spitzeninstitut ein Betriebsergebnis auf dem Vorjahresniveau von 3,5 Milliarden Euro an, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Im Herbst war Bankchef Andreas Treichl noch optimistischer gewesen und hatte für 2013 ein steigendes Betriebsergebnis in Aussicht gestellt.

Zwar erwarte das Geldhaus eine leicht bessere Wirtschaftsentwicklung in Zentral- und Osteuropa. Dort gehört die Bank zu einem der größten Kreditgeber. Allerdings werde das Wachstum weiter verhalten sein, was das Kerngeschäft bremsen dürfte. Die dadurch erwarteten niedrigeren Einnahmen will die Bank durch einen Sparkurs ausgleichen.

Eine deutliche Besserung erwartet die Erste Group erneut bei den Rückstellungen für faule Kredite, die das Institut in der Vergangenheit teilweise massiv belastet und die Gewinne aufgefressen hatten. Im laufenden Jahr würden die Risikokosten im zweistelligen Prozentbereich schrumpfen - hauptsächlich wegen einer besseren Entwicklung der rumänischen Tochter BCR, die 2013 wieder in die Gewinnzone zurückkehren soll. Im Vorjahr waren die Rückstellungen für faule Kredite um knapp 13 Prozent zurückgegangen.

Unter dem Strich stand im gesamten vergangenen Jahr ein Gewinn von 484 Millionen Euro nach einem Verlust von 719 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Aktionäre sollen daher wieder eine Dividende von 40 Cent je Aktie erhalten.

ERSTE ZAHLT EZB-HILFEN ZURÜCK

Im vierten Quartal rutschte die Erste Group wie die Konkurrentin Raiffeisen Bank International in die roten Zahlen und verbuchte einen Verlust von 114 Millionen Euro. Damit schnitt die Bank dennoch besser ab als Analysten erwartet hatten. Sie hatten mit einem Minus von 139 Millionen Euro gerechnet.

Das Finanzpolster der Gruppe stieg weiter. Die harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) stieg per Jahresende auf 11,2 von 9,4 Prozent im Vorjahr. Daher zahlte die Erste vier Milliarden Euro an langfristigen Refinanzierungen von der EZB (LTRO) vorzeitig zurück, wie das Institut mitteilte. Die Zentralbank hatte den Nottopf für Banken auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise angelegt - nun zahlen die Institute die Gelder nach und nach zurück.