Großbank RBS macht Staat Hoffnung auf baldige Besserung

Donnerstag, 28. Februar 2013, 09:47 Uhr
 

London (Reuters) - Die Royal Bank of Scotland (RBS) macht der Regierung Hoffnung, ihre Anteile an dem teilverstaatlichten Institut bald wieder loswerden zu können.

Die Bank sei auf dem Weg der finanziellen Gesundung einen guten Schritt vorangekommen, sagte RBS-Chairman Philip Hampton am Donnerstag. Der Punkt rücke näher, an dem die Eigentümer eine Dividende bekommen und der Staat Teile seines 82-Prozent-Pakets verkaufen könne. Zuversichtlich stimmt das Management das Ergebnis im Tagesgeschäft. Denn der operative Gewinn legte 2012 auf 3,46 (Vorjahr: 1,82) Milliarden Pfund zu. Es ist das beste Ergebnis seit dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008, als die Bank nur mit Steuergeldern vor dem Kollaps bewahrt werden konnte.

Insgesamt sehen die Zahlen aber noch nicht gut aus. Vor Steuern summierte sich der Verlust auf 5,16 Milliarden Pfund, nachdem 2011 schon ein Minus von 1,19 Milliarden zu Buche stand. Hier wirkte sich vor allem die bilanzielle Neubewertung der eigenen Schulden aus. Dies führte zu einer schmerzhaften Wertkorrektur von 4,6 Milliarden Pfund. An der Börse verloren RBS-Aktien mehr als drei Prozent.

Die RBS ist - wie viele andere Banken auch - in diverse Skandale verwickelt. Die Bank teilte in diesem Zusammenhang mit, weitere 450 Millionen Pfund beiseitegelegt zu haben, weil Kunden Versicherungen für Kredite und Hypotheken verkauft wurden, die sie gar nicht brauchten. Die Rückstellungen summieren sich damit mittlerweile auf 2,2 Milliarden Pfund. 1,3 Milliarden Pfund wurden bereits als Wiedergutmachung an Kunden ausgezahlt. Außerdem wurden 700 Millionen Pfund zur Seite gelegt, die ebenfalls im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten im Vertrieb stehen. In diesem Fall wurden komplexe Zinsprodukte an kleine Firmen verkauft.

 
A sign in need of repair is seen outside a branch of the Royal Bank of Scotland (RBS) in the City of London February 4, 2013. REUTERS/Andrew Winning