Telekom Austria schreibt auch im Schlussquartal Verlust

Donnerstag, 28. Februar 2013, 09:30 Uhr
 

Wien (Reuters) - Der scharfe Preiskampf im Mobilfunk und die strenge Regulierung haben der Telekom Austria (TA) auch im Schlussquartal einen Verlust eingebrockt.

Dank geringerer Sanierungskosten und niedrigerer Abwertungen sei jedoch im Gesamtjahr 2012 ein Gewinn von 103,8 Millionen Euro erzielt worden, teilte der teilstaatliche österreichische Konzern am Donnerstag mit. 2011 stand wegen hoher Kosten für einen Mitarbeiterabbau und Abschreibungen auf die weißrussische Tochter noch ein Verlust von 252,8 Millionen Euro zu Buche. Die Erlöse schrumpften 2012 um 2,8 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro.

An der Börse eröffneten die Telekom-Austria-Aktie mit einem Kursplus von 4,4 Prozent auf 5,07 Euro und führten damit die Gewinner im Wiener Leitindex ATX an. Seit Jahresbeginn liegen die Papiere jedoch mehr als 15 Prozent im Minus.

Im Schlussquartal schrieb der Konzern bei einem nahezu stabilen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro einen Verlust von 76,3 Millionen Euro. Im Jahr davor wurde noch ein Verlust von 321,5 Millionen Euro ausgewiesen. "Wir haben in einem rauen Umfeld mit einem Paket an Gegenmaßnahmen die negativen externen Trends weitgehend neutralisiert", sagte Firmenchef Hannes Ametsreiter. Für das laufende Jahr erwartet der TA-Boss im Mobilfunkmarkt in Österreich jedoch einen unverändert scharfen Wettbewerb. Der Umsatz werde daher 2013 auf 4,1 von 4,3 Milliarden Euro fallen, wurde der Ausblick bestätigt.

Angesichts der trüben Aussichten wird wie bereits angekündigt die Dividende auf 0,05 Euro je Aktie heruntergeschraubt. Für 2011 erhielten die Aktionäre noch eine Gewinnausschüttung von 0,38 Euro je Aktie. Die TA ist mit diesen Problemen aber nicht alleine: In ganz Europa machen die strengen Regulierungen, hohe Kosten für die Aufrüstung der Netze durch die zunehmende Internetnutzung über Smartphones und die maue Konjunktur Telekom-Firmen zu schaffen. Auch die Deutsche Telekom, die spanische Telefonica und France Telekom kappen die Ausschüttungen an die Aktionäre.

Dem scharfen Gegenwind will die Telekom Austria mit weiteren Kosteneinsparungen entgegentreten. Im Vorjahr wurden rund 70 Millionen Euro eingespart. 2013 seien "weitaus höhere" Kostensenkungen geplant, kündigte das Unternehmen an. Analysten gegenüber sprach Firmenchef Ametsreiter kürzlich von einem Einsparungspotenzial von rund 100 Millionen Euro. Investieren wollen die Österreicher rund 700 Millionen Euro, um knapp 30 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Akquisitionen seien dabei nicht berücksichtigt. Im Vorjahr hatte die Telekom Austria für Zukäufe, wie zum Beispiel YESSS! 390 Millionen Euro ausgegeben. Der Konzern beschäftigt rund 16446 Mitarbeiter, 771 weniger als noch vor einem Jahr. Stellenkürzungen gab es vor allem in Bulgarien und Österreich.

 
A trash collector walks by a Telekom Austria phone box in Vienna February 8, 2013. REUTERS/Heinz-Peter Bader