Heidelberger Druck offen für Kooperation mit Koenig & Bauer

Sonntag, 12. Mai 2013, 12:45 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Druckmaschinenbauer Heidelberger Druck zeigt sich offen für eine Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten Koenig & Bauer.

"Natürlich sind Kooperationen sinnvoll, auch darüber denken wir nach", sagte Heidelberger-Druck-Chef Gerold Linzbach der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstagausgabe). Seiner Aussage nach gibt es schon Gespräche mit Koenig & Bauer (KBA), aber sie seien noch in einem frühen Stadium. Alle in der Industrie hätten sich im Laufe der Zeit einen ähnlichen Warenkorb zugelegt, betonte Linzbach. Er kenne keine andere Branche, in der es in einem solchen Marktumfeld und unter diesen Umständen keine Kooperationen gebe.

Die Druckmaschinen-Hersteller leiden darunter, dass immer mehr Leser von Zeitungen oder Zeitschriften ins Internet abwandern, und die Verlage immer weniger Druckmaschinen ordern. Um Gegenzusteuern drücken die Konzerne auf die Kostenbremse und bauen Stellen ab.

Die im Kleinwerteindex SDax gelistete Heidelberger Druck hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 (31. März) erneut einen Verlust von 110 Millionen Euro nach 230 Millionen Euro im Jahr zuvor eingefahren. Im operativen Geschäft konnte der weltgrößte Druckmaschinenbauer, der nach zwei Entlassungswellen noch etwa 14.200 Menschen beschäftigt, mit 28 Millionen Euro einen Gewinn erzielen, sofern die Sanierungskosten in Höhe von 65 Millionen Euro unberücksichtigt bleiben. Allerdings sieht Linzbach den Konzern angesichts anziehender Auftragseingänge auf dem Weg zurück in die schwarzen Zahlen. Im laufenden Geschäftsjahr 2013/14 solle wieder ein Jahresüberschuss erwirtschaftet werden, hatte der seit Herbst amtierende Vorstandschef jüngst angekündigt.

Koenig & Bauer ist dagegen bereits profitabel. Trotz der Branchenkrise hat der ebenfalls im SDax gelistete Würzburger Maschinenbauer seinen Gewinn im vergangenen Jahr versechsfacht auf 2,3 Millionen Euro.