Bahn muss bis 2015 auf neue Doppelstock-Intercitys warten

Sonntag, 24. November 2013, 12:56 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Deutsche Bahn muss weiter auf dringend benötigte Fernverkehrszüge warten.

Wie Konzernchef Rüdiger Grube der "Wirtschaftswoche" sagte, werden 27 bei Bombardier bestellte Intercity-Doppelstockzüge wahrscheinlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2015 geliefert. "Das ärgert uns sehr", sagte der Manager. Eigentlich war die Lieferung für Ende 2013 vorgesehen. Ein Bombardier-Sprecher war am Samstag zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Der Konzern hat seinen Sitz in Kanada, hat aber auch Werke in Deutschland, etwa in Aachen, Görlitz oder Hennigsdorf bei Berlin.

Auch bei der Auslieferung von 17 ICE-Hochgeschwindigkeitszügen von Siemens hat die Bahn mit Verzögerungen zu kämpfen. "Bis heute hat uns Siemens keinen verbindlichen Lieferplan genannt", kritisierte Grube. Die Bahn teste zwar gerade die ersten zwei Züge, aber es fehle noch immer die Zulassung, damit man auch Passagiere transportieren dürfe.

Grube beklagte zudem das vergleichsweise lange Genehmigungsverfahren in Deutschland. "Entwicklung und Bau eines Zuges dauern rund fünf Jahre, zwei Jahre davon benötigt allein die Zulassung." In Deutschland stünden fertige Züge mit einem Wert von rund einer Milliarde Euro in Produktionshallen und warteten auf die Zulassung des Eisenbahn-Bundesamtes. Folge der langen Zulassung sei, dass mit Siemens und Alstom nur noch zwei Hersteller bereit seien, Schnellzüge für den deutschen Markt zu bauen. "Andere Hersteller tun sich den Ärger in Deutschland erst gar nicht an", sagte Grube.