IKB-Verkauf geht in die nächste Runde
Berlin (Reuters) - Das Verkaufsprozess für die angeschlagene Mittelstandsbank IKB geht in die nächste Runde.
Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba kündigte am Dienstag in Berlin an, nach Abschluss des Bieterverfahrens werde nun der Kreis der Kauf-Kandidaten eingegrenzt. Offen blieb, ob die IKB, die sich mit riskanten Spekulationen am US-Markt in massive Schwierigkeiten gebracht hatte, kurzfristig überhaupt verkauft wird. Das Bieterverfahren sei offiziell Montag abgeschlossen worden, sagte Otremba. Das bedeute, dass der Datenraum der Bank für Kaufinteressenten wieder geschlossen worden sei. "Es ist aber nicht so, dass damit automatisch die Auswahl der Käufer abgeschlossen ist", stellte Otremba klar.
Nun müsse der Attraktivste aus dem Kreis der Interessenten herausgefiltert werden. "Das wir noch einige Tage in Anspruch nehmen", sagte Otremba. Sein Minister Michael Glos hatte in einem Zeitungsinterview alles offengelassen. "Ob ein Zuschlag erteilt wird und wer in gegebenenfalls bekommt, wird sich zeigen", sagte er dem "Tagesspiegel".
Ende April hatte die IKB erklärt, es gebe neun potenzielle Käufer aus dem In- und Ausland, die sich ihre Bücher ansähen. Viele Fragen gelten aber noch als offen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), die im KfW-Verwaltungsrat sitzen, hatten jüngst vehement dagegen Front gemacht, die IKB zu einem Spottpreis zu verkaufen. Der Bund erwartet nach eigenen Aussagen einen Verkaufspreis von etwa 800 Millionen Euro.
Der finanzpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Otto Bernhardt, sagte Reuters, Steinbrück habe durch die Nennung seiner Verkaufserwartungen dazu beigetragen, dass diese nicht erreicht würden: "Wenn man öffentlich erklärt, dass man 800 Millionen Euro erreichen will, dann erreicht man sie nicht." Jeder potenzieller Investor werde unter dieser Höchstgrenze bleiben.
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