SocGen deckt Händlerbetrug auf - 4,9 Mrd Belastung

Donnerstag, 24. Januar 2008, 10:12 Uhr
 

Paris (Reuters) - Die französische Bank Societe Generale (SocGen) hat einen milliardenschwere Betrug eines Händlers des Geldhauses aufgedeckt.

Die Unregelmäßigkeit werde negative Auswirkungen auf das Geschäft von 4,9 Milliarden Euro haben, teilte die zweitgrößte börsennotierte Bank Frankreichs am Donnerstag mit. SocGen werde den in Paris ansässigen Händler entlassen. Seine Vorgesetzten würden das Kreditinstitut ebenfalls verlassen.

Die Bank teilte zudem mit, ein Rücktrittsgesuch des Chefs Daniel Bouton abgelehnt zu haben. Ein Analyst sagte, er bezweifle, dass die Bank erst jetzt von dem Betrug erfahren haben will. "Ich finde es schwer zu verstehen, dass ein Händler in der Lage gewesen sein soll, ein 'geheimes Geschäft' von 4,9 Milliarden getätigt zu haben, ohne dass jemand davon gewusst hat", sagte Ion-Marc Valahu von der Amas-Bank in der Schweiz.

Darüber hinaus müsse das Geldhaus zusätzliche Abschreibungen von 2,05 Milliarden Euro im vierten Quartal vornehmen, die auf die Immobilienkrise zurückzuführen seien, teilte die Bank weiter mit. Über eine Kapitalerhöhung wolle die Bank 5,5 Milliarden Euro einnehmen, um die Kapitaldecke zu stärken. Für 2007 geht Societe Generale von einem Nettogewinn zwischen 0,6 und 0,8 Milliarden Euro aus. Großbanken weltweit haben derzeit mit milliardenschweren Abschreibungen angesichts der Auswirkungen der Hypotheken- und Kreditmarktkrise zu kämpfen.

Nach der Ankündigung von Societe Generale teilte die französische Bank BNP Paribas mit, dass sie keine außerordentlichen Verluste in ihrer Bilanz sehe.