Agrarboom füllt Chemieriesen DuPont kräftig die Kasse

Dienstag, 22. Juli 2008, 19:38 Uhr
 

New York (Reuters) - Preisanhebungen und eine kräftige Nachfrage nach Soja- und Maissaatgut haben dem US-Chemieriesen DuPont im zweiten Quartal zu einem unerwartet kräftigen Gewinnanstieg verholfen.

"DuPont hat ein starkes Wachstum im Landwirtschaftsgeschäft und in den Schwellenländern verzeichnet und sein Ergebnis trotz steigender Rohstoff- und Energiekosten im zweiten Quartal gesteigert", erklärte Konzernchef Charles Holliday am Dienstag. "DuPont schlägt sich extrem gut in einem härteren Umfeld." Für das Gesamtjahr gab sich der Konzernlenker nun etwas optimistischer: Er hob die untere Grenze seiner bisherigen Gewinnschätzung leicht an.

Anleger reagierten positiv: Die Aktie legte an der Wall Street zeitweise mehr als zwei Prozent zu.

Das in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware ansässige Unternehmen erzielte in den Monaten April bis Juni einen Gewinn von 1,08 Milliarden Dollar nach 972 Millionen Dollar vor Jahresfrist. Pro Aktie standen ohne Sondererträge 1,11 Dollar in den Büchern, Analysten hatten hier lediglich 1,07 Dollar erwartet. DuPont setzte im zweiten Quartal mit 8,8 Milliarden Dollar zwölf Prozent mehr um als vor Jahresfrist.

In allen Schlüsselbereichen konnte DuPont mehr Umsatz erwirtschaften. Hier half auch ein schwacher Dollar, der dazu beitrug, dass die Umsätze außerhalb der USA um 18 Prozent zunahmen. Auch auf dem Heimatmarkt konnte der Konzern schwachen Auto- und Baubranchen zum Trotz fünf Prozent mehr Umsatz erzielen. Die Automobil- und die Baubranche sind zwei wichtige Abnehmerindustrien für den Konzern.

DEUTLICHER GEWINNZUWACHS IN DER LANDWIRTSCHAFTSSPARTE

Wie auch andere Chemiekonzerne profitiert DuPont derzeit vom Boom auf den Agrarmärkten, der die Nachfrage nach Saatgut und anderen Produkten des Konzerns für die Landwirtschaft kräftig anschwellen lässt. In der Landwirtschaftssparte legte der operative Gewinn sogar um 18 Prozent zu. In einigen anderen Sparten machte sich dagegen unter anderem die schwache US-Konjunktur bemerkbar. In drei Konzernsegmenten sank der operative Gewinn.

Für das Gesamtjahr rechnet DuPont nun mit einem Gewinn je Aktie zwischen 3,45 und 3,55 Dollar je Aktie. Bislang hatte Konzernchef Holliday 3,40 bis 3,55 Dollar in Aussicht gestellt. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Schnitt mit 3,50 Dollar je Aktie. Für das zweite Halbjahr erwartet der Konzern allerdings einen Rückgang der Ergebnisse je Aktie, was unter anderem auf hohe Rohstoff- und Energiekosten, einer schwächelnden Nachfrage in einigen Industrieländern und auf eine höhere Steuerquote zurückzuführen sei.

Bei den Branchenanalysten kam der Quartalsbericht dennoch gut an. DuPont habe nicht nur die Erwartungen übertroffen sondern auch die untere Grenze seiner Gewinnprognose angehoben, kommentierte Hassan Ahmed vom Bankhaus HSBC. "Das ist eindeutig positiv, wenn man dieses Konjunkturumfeld im Hinterkopf hat." Am 31. Juli will der weltweite Branchenprimus BASF seine Zahlen zum zweiten Quartal vorlegen. Bereits an diesem Donnerstag will US-Konkurrent Dow Chemical seinen Zwischenbericht veröffentlichen.