Schwarze Zahlen bei Airbus beruhigen EADS nicht
München (Reuters) - Schwarze Zahlen beim Flugzeugbauer Airbus haben der Muttergesellschaft EADS zu einem Gewinnsprung verholfen.
Doch warnte der europäische Flugzeug- und Rüstungskonzern angesichts der fortdauernden Schwäche des US-Dollar und der Probleme mit Großprojekten wie den Flugzeugen A380 und A350 vor einem voreiligem Optimismus. Der Dollar könnte die Gewinnerwartungen für 2008 torpedieren. "Mit Blick auf unser Ziel, eine deutliche und anhaltende Verbesserung der operativen Leistung zu erreichen, liegt noch viel Arbeit vor uns", sagte EADS-Chef Louis Gallois am Mittwoch. Das erste Quartal bezeichnete er als "ermutigend".
Die am Dienstag eingestandenen erneuten Verzögerungen beim Auslieferungsplan des Großraumflugzeugs A380 schlugen sich im ersten Vierteljahr noch nicht nieder, da ihre finanziellen Folgen noch unklar sind. Der operative Gewinn der EADS vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg binnen Jahresfrist auf 769 (2007: 88) Millionen Euro. Dabei profitierte der Konzern auch von Währungsgeschäften. Unter dem Strich schrieb EADS mit 285 (minus 10) Millionen Euro wieder schwarze Zahlen und übertraf damit die Erwartungen von Analysten deutlich. Der Umsatz legte auch dank Zuflüssen aus dem Programm für das Militärflugzeug A400M um zehn Prozent auf 9,9 Milliarden Euro zu.
Die EADS-Aktie schoss um fast sechs Prozent auf 16,65 Euro nach oben. Vor allem der Gewinn bei Airbus gefiel den Experten. Das Sanierungsprogramm Power8 trug erste Früchte: Der operative Gewinn von Airbus lag im ersten Quartal bei 628 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Airbus wegen Power8 noch einen Verlust von 69 Millionen Euro ausgewiesen. Dank der erhöhten Zahl von 123 (115) ausgelieferten Flugzeuge - darunter zwei Großraummaschinen vom neuen Typ A380 - legte der Umsatz von Airbus zwischen Januar bis März um sieben Prozent auf gut sieben Milliarden Euro zu.
SCHWACHER DOLLAR STELLT PROGNOSE IN FRAGE
EADS bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr, warnte aber vor den Folgen des schwachen Dollar. Die EADS legt ihren Erwartungen bisher einen Kurs von 1,45 Dollar je Euro zugrunde. Am Mittwoch kostete die Gemeinschaftswährung aber 1,54 Dollar. Ein schlechterer Dollarkurs würde das Ergebnis belasten, das die EADS in diesem Jahr operativ bei 1,8 Milliarden Euro erwartet. Mit 470 ausgelieferten Flugzeugen will EADS über 40 Milliarden Euro umsetzen.
Mehrbelastungen könnten auch aus der erneuten Verschiebung des Auslieferungsplans für den Airbus A380 resultieren. Deren finanziellen Folgen seien noch nicht abzuschätzen und deshalb auch nicht im Ausblick berücksichtigt. Nach wie vor mache das A380-Programm Verluste, sagte Finanzvorstand Hans-Peter Ring. Beziffern wollte er sie nicht.
Das Programm zum Bau des neuesten Projekts A350 sei im Plan, sagte Gallois, auch wenn jüngst Gespräche über den Verkauf von Airbus-Werken sowohl in Frankreich und Deutschland gescheitert und Fragen der Zulieferung damit noch offen seien. "Wir kämpfen wie üblich mit dem Gewicht", räumte er ein. Inzwischen hätten Gespräche mit Finanzinvestoren über eine Beteiligung an den Airbus-Werken begonnen, sagte Gallois. Die Werke sollen statt des Verkaufs zunächst ausgegliedert werden.
- von Kerstin Dörr -
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