Kreise: "Eine Handvoll" Interessenten geben Gebot für IKB ab
Frankfurt (Reuters) - Im Verkaufsprozess um die angeschlagene Mittelstandsbank IKB sind nach Informationen aus Finanzkreisen noch etwa die Hälfte der ursprünglich neun Interessenten im Rennen.
Mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, "eine Handvoll" Institute habe ein Gebot abgegeben. Darunter seien sowohl Banken aus dem In- und Ausland als auch Finanzinvestoren. Die zweite Bieterrunde in dem Verfahren war diese Woche zu Ende gegangen.
Die Hauptaktionärin KfW hatte zuletzt gesagt, sie habe eine "Anzahl guter Angebote" für die IKB erhalten, die nun ausgewertet würden. Mit einem verkleinerten Bieterkreis werde dann die finale Runde des Verkaufsverfahrens begonnen. Die staatliche Förderbank will ihren derzeit rund 45-prozentigen IKB-Anteil verkaufen. Durch eine Kapitalerhöhung im Sommer dürfte ihr Anteil an der IKB sogar auf über 90 Prozent steigen.
Sowohl die BayernLB als auch die WestLB zogen sich aus dem Verkaufsverfahren zurück, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen Reuters sagten. Auch die Privatbank Sal. Oppenheim, die bereits knapp fünf Prozent an der IKB hält, habe kein Gebot abgegeben und sei nicht mehr dabei. Alle Institute lehnten einen Kommentar ab.
Skeptiker halten ein Scheitern des Verkaufsprozesses für möglich. "Es sind noch zu viele Fragezeichen offen", sagte ein Insider. Unter anderem droht der Bank eine Milliardenklage von dem US-Anleiheversicherer FGIC. Zudem sei immer noch nicht klar, welche Risiken in den Büchern der Düsseldorfer Bank schlummerten. "Es ist unwahrscheinlich, dass der Verkaufsprozess auf den letzten Metern noch an Fahrt aufnimmt", sagte eine dem Prozess nahestehende Person.
Die IKB hatte sich in großem Stil am US-Hypothekenmarkt verspekuliert und musste mit über acht Milliarden Euro von der KfW, dem Bund und anderen Banken gestützt werden.
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