Kreise: Freenet-Kaufplan zu Debitel steht vor Entscheid
Düsseldorf (Reuters) - Die Verhandlungen des Telekommunikationsanbieters Freenet zur Übernahme des größeren Konkurrenten Debitel sind Kreisen zufolge sehr weit voran geschritten.
"Es ist wahrscheinlich, dass es binnen Wochenfrist zu einer Entscheidung kommt", sagte eine mit der Situation vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.
Freenet wolle den Kaufpreis teils in bar und teils in Aktien aufbringen, hieß es in den Kreisen. Der Debitel-Eigner Permira solle an dem neuen Unternehmen rund 25 Prozent halten. Eine Bewertung für Debitel in einer Spanne von 1,4 bis 1,8 Milliarden Euro sei realistisch. Sollte die Übernahme durch Freenet nicht zu Stande kommen, bleibe als Alternative auch ein Börsengang, wofür es aber keine aktuellen Pläne gebe.
Ein Zusammenschluss von Freenet und Debitel wäre ein Rückschlag für den Freenet-Anteilseigner und -Konkurrenten United Internet, der seinerseits Freenet übernehmen will. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth hat deutlich gemacht, dass er kein Interesse an einer um Debitel gestärkten Freenet hat. United Internet will sich das DSL-Geschäft von Freenet einverleiben und das Mobilfunkgeschäft an seinen Partner Drillisch weiterreichen. Beide Unternehmen halten über eine gemeinsame Holding gut 25 Prozent an Freenet.
Mit United Internet und Drillisch hat Freenet-Chef Eckhard Spoerr jüngst wieder Gespräche aufgenommen, die er parallel zu den Verhandlungen mit dem Finanzinvestor Permira führt. Spoerr hatte gesagt, es stehe Dommermuth frei, den Freenet-Aktionären jederzeit ein Übernahmeangebot zu unterbreiten. Dommermuth hat in einem Brief an Spoerr einen Preis pro Aktie von 14 Euro in Aussicht gestellt. Das Freenet-Papier notierte am Mittwoch 1,6 Prozent im Plus bei 12,42 Euro.
Freenet, die mit Debitel zum drittgrößten deutschen Mobilfunkanbieter aufsteigen würde, will sich in diesem Fall von ihrem DSL-Geschäft trennen. In den Kreisen hieß es nun, aus Aktionärssicht sei ein getrennter Verkaufsprozess für das DSL-Geschäft sinnvoller, weil es dann an den Meistbietenden verkauft werden könnte. Interesse haben neben United Internet etwa Versatel oder Telefonica gezeigt.
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