Gewinneinbruch der Bank of America geringer als erwartet
New York (Reuters) - Mit einem weniger deutlichen Gewinneinbruch als am Markt erwartet hat die Bank of America am Montag Hoffnungen auf ein Abflauen der Finanzkrise bestärkt.
Die größte US-Privatkundenbank musste im zweiten Quartal zwar erneut einen saftigen Gewinnrückgang hinnehmen. Mit 41 Prozent blieb er aber weit hinter den Befürchtungen zurück. Zudem stellte die Bank in Aussicht, dass die Übernahme der Hypothekenbank Countrywide am 1. Juli schon in diesem Jahr zum Gewinn beitragen werde. Die Einsparungen aus dem Countrywide-Kauf bis 2011 bezifferte sie auf 900 Millionen Dollar statt bisher 670 Millionen Dollar.
Der Markt honorierte die positiven Signale: Die Aktie des Instituts legte im frühen Handel nach Vorlage der Zahlen rund elf Prozent zu.
Wie die in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina ansässige Bank mitteilte, sank der Gewinn im zweiten Vierteljahr auf 3,41 Milliarden Dollar oder 72 Cent je Aktie. Vor Jahresfrist lag er noch bei 5,76 Milliarden Dollar oder 1,28 Dollar je Anteilsschein. Die Einnahmen stiegen netto um vier Prozent auf 20,32 Milliarden Dollar.
Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von nur 48 Cent je Anteilsschein gerechnet und mit Einnahmen in Höhe von 18,26 Milliarden Dollar. Belastet wurde das Geschäft der Bank durch weitere faule Kredite in Folge der US-Immobilienkrise. Das Ergebnis wurde zudem von Übernahme- und Umstrukturierungskosten in Höhe von 212 Millionen Dollar belastet.
GUTE ERGEBNISSE AUSSERHALB DER IMMOBILIEN
Konzernchef Kenneth Lewis sprach von "soliden Ergebnissen in einem schwierigen finanziellen Umfeld". Das Institut habe in praktisch allen Geschäftsbereichen, die nicht mit Immobilien verbunden seien, gute Ergebnisse erreicht.
Die Abschreibungen in Folge der Finanzmarktkrise beliefen sich in dem Quartal auf 1,22 Milliarden Dollar. Im ersten Vierteljahr waren es noch 2,81 Milliarden. Noch nicht berücksichtigt sind bei den Zahlen 2,33 Milliarden Dollar Verlust von Countrywide, deren Übernahme einen Tag nach Abschluss des zweiten Quartals vollzogen wurde. Finanzchef Joe Price sagte, die Vorsteuer-Abschreibungen in Verbindung mit Countrywide bewegten sich im Bereich von zwölf Milliarden bis 13 Milliarden Dollar.
Vergangene Woche hatten schon die US-Banken JPMorgan Chase und Wells Fargo für das zweite Quartal Gewinneinbrüche gemeldet, die geringer waren als erwartet. Bei der größten US-Bank Citigroup fiel der Verlust nicht so groß aus wie befürchtet. Fortsetzung...

