Bankkonzern HSBC steigert Gewinn trotz Finanzkrise

Montag, 12. Mai 2008, 16:40 Uhr
 

London (Reuters) - Inmitten der weltweiten Kreditkrise hat Europas größte Bank HSBC den Gewinn gesteigert.

Der britische Bankkonzern teilte am Montag mit, er habe durch das Wachstum des Asien-Geschäfts im ersten Quartal 2008 Belastungen von mehr als fünf Milliarden Dollar durch faule Immobilienkredite in den USA und durch Abschreibungen ausgleichen können. Genaue Zahlen will das Institut erst im August nennen. "Eine Gewinnsteigerung im ersten Quartal - das werden nur wenige Banken in Europa vorweisen können", lobte Analyst Alex Potter von Collins Stewart. Die Aktie stieg um mehr als zwei Prozent.

Eine Rezession in den USA werde immer wahrscheinlicher, erklärte die Bank in ihrem Zwischenbericht. Vor 2009 sei eine Erholung des US-Wohnungsmarktes unwahrscheinlich. Dort hatte die Kredit- und Finanzkrise ihren Ausgang genommen, als Hausbesitzer wegen gestiegener Zinsen ihre Immobilienkredite nicht mehr bedienen konnten und die mit solchen Krediten besicherten Wertpapiere einbrachen.

Ihre eigenen Abschreibungen auf faule US-Wohnkredite senkte die Bank auf 3,2 Milliarden Dollar von 4,6 Milliarden Dollar im Vorquartal. Von einem Ende der Abschreibungen wollte Konzernchef Michael Geoghegan nicht sprechen. Es sei unklar, ob der Rückgang der Abschreibungen einer Wirtschaftserholung zu verdanken sei oder saisonale Gründe habe, sagte er: "Ich vermute, es ist mehr saisonal".

Andere Großbanken in Europa haben das erste Quartal nicht so gut überstanden wir der Branchenprimus: Die Schweizer UBS musste nach Abschreibungen von rund 19 Milliarden Dollar am US-Hypothekenmarkt einen Quartalsverlust von 11,5 Milliarden Franken (umgerechnet rund sieben Milliarden Euro) ausweisen. Die Deutsche Bank musste im Quartal 2,7 Milliarden Euro abschreiben und rutschte erstmals seit fünf Jahren in die roten Zahlen.