Arbeiter bei rumänischer Renault-Tochter Dacia drohen mit Streik

Freitag, 14. März 2008, 07:14 Uhr
 

Bukarest (Reuters) - Die Arbeiter der rumänischen Renault-Tochter Dacia wollen notfalls mit Streiks höhere Löhne durchsetzen.

Verhandlungen mit der Firmenleitung hätten bisher keine Fortschritte gebracht, sagte der Gewerkschaftsvertreter Ion Iordache am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Das Angebot der Arbeitgeberseite liege bisher bei einem Lohnzuwachs von neun Prozent. Die Arbeiter, die das Billig-Modell Logan produzieren, bekommen nach Angaben des Funktionärs derzeit im Schnitt einen monatlichen Basislohn von 1070 Lei (umgerechnet rund 290 Euro) und fordern einen Anstieg um rund 50 Prozent auf 1620 Lei (440 Euro).

Iordache zufolge ist zunächst für Freitag ein zweistündiger Warnstreik geplant. Sollten die Forderungen auch danach nicht erfüllt werden, werde für den 24. März ein Generalstreik ausgerufen.

Die durchschnittlichen Nettolöhne in Rumänien verzeichneten im Januar im Jahresvergleich einen Anstieg von knapp 31 Prozent auf durchschnittlich 1200 Lei. Das neue EU-Mitglied ist aufgrund niedriger Löhne und Steuern sowie guter Aussichten für einen schnelles Produktivitätswachstum für Autohersteller ein attraktiver Produktionsstandort.

Im Januar hatte der Handy-Hersteller Nokia erklärt, sein Bochumer Werk mit 2300 Mitarbeitern zur Jahresmitte zu schließen und dafür in Rumänien zu produzieren.