Kartellamt gibt trotz Bedenken grünes Licht für Kabel-Allianz

Freitag, 4. April 2008, 11:26 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Das Bundeskartellamt hat nach langer Prüfung trotz wettbewerbsrechtlicher Bedenken die Übernahmepläne von Kabel Deutschland (KDG) für Kabelnetze mit rund 1,2 Millionen Kundenanschlüssen freigegeben.

Zwar stärke KDG durch die Übernahme von Tochtergesellschaften von Orion Cable seine marktbeherrschende Stellung auf dem Einspeisemarkt, doch verstärke sich gleichzeitig der Wettbewerb im Markt für Breitbandanschlüsse (DSL), teilte das Kartellamt am Freitag in Bonn mit. Diese dürfte unter anderem die Deutsche Telekom zu spüren bekommen.

KDG und Orion hatten sich im September auf die Transaktion verständigt. Im Gegenzug hatte KDG seine Übernahmepläne für den Mainzer Konkurrenten Primacom aufgegeben und zugesagt, seine Primacom-Anteile an Orion abzugeben. Orion ist die Muttergesellschaft der Kabelnetzbetreiber EWT und Tele Columbus. KDG will mit der Übernahme der Netze in acht Bundesländern sein Geschäft ausbauen. Die Vorteile der Transaktion überwögen insgesamt die Nachteile, die sich für den Wettbewerb ergeben würden, urteilten die Kartellwächter.