Kreise: Infineon-Chef Ziebart auf dem Absprung
München (Reuters) - Infineon-Chef Wolfgang Ziebart ist nach Angaben aus Kreisen auf dem Absprung.
Der Manager verhandele nur noch über die Einzelheiten seiner Demission, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Freitag. Infineon wollte sich dazu nicht äußern. Ziebart ist nach Unternehmensangaben derzeit auf einer Auslandsreise. Als Nachfolger wird der derzeitige Chef der Infineon-Autochip-Sparte Peter Bauer gehandelt. Eine Suche nach einem neuen Vorstandschef von außerhalb des Unternehmens wäre schwierig, hieß es aus den Kreisen. Nach derzeitigen Planungen werde Ziebart Ende Juni seinen Posten räumen.
Einem Bericht der "Börsen-Zeitung" vom Freitag zufolge soll Ziebart bereits Ende Mai das Unternehmen verlassen. Er ziehe damit die Konsequenzen aus einem zunehmenden Vertrauensschwund seitens des Aufsichtsrats. Sein Vertrag läuft noch bis September 2009. Dem Bericht zufolge trifft sich der Aufsichtsrat Ende Mai zu einer außerordentlichen Sitzung. Die nächste reguläre Zusammenkunft war erst für Juli vorgesehen.
Aufsichtsratschef Max-Dietrich Kley hatte Anfang des Jahres auf der Hauptversammlung Ziebart und dessen Vorstandskollegen massiv kritisiert. Die andauernden Verluste seien unbefriedigend, zürnte der Aufsichtsratschef und forderte mehr Anstrengungen, um Infineon endlich profitabel zu machen. Kley hatte allerdings wenig später dementiert, dass er sei auf der Suche nach einem neuen Konzernchef sei.
Auch innerhalb des Aufsichtsrats gebe es angesichts der Personalquerelen und der schwachen wirtschaftlichen Situation des Chipkonzerns Verwerfungen, hieß es in den Kreisen. Eine Gruppe von Kontrolleuren, darunter die Vertreter der IG Metall, gingen zunehmend auf Distanz zu Kley.
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