HSH Nordbank erhält zwei Milliarden Euro frisches Kapital

Dienstag, 20. Mai 2008, 17:21 Uhr
 

Hamburg (Reuters) - Die HSH Nordbank erhält zwei Milliarden Euro frisches Kapital.

Die Eigentümer von Deutschlands viertgrößter Landesbank einigten sich auf die bereits seit längerem geplanten Kapitalmaßnahmen in dieser Höhe, wie Hamburgs Finanzsenators Michael Freytag am Dienstag sagte. Damit besorgt sich die Bank das Geld, das sie eigentlich über den für dieses Jahr angestrebten Börsengang in die Kassen holen wollte, nun von ihren Eigentümern.

Zunächst sollen stille Einlagen von etwa 700 Millionen Euro in haftendes Eigenkapital umgewandelt werden. HSH-Großaktionär JC Flowers wird rund 300 Millionen Euro zuschießen, um seinen Anteil von rund 27 Prozent nicht zu verwässern. In einem zweiten Schritt sollen die Eigner nach Angaben von Freytag über eine Pflichtwandelanleihe etwa 960 Millionen Euro Kapital zur Verfügung stellen. Zudem sei die Wandlung von Vorzugsaktien der Stadt Hamburg und Schleswig-Holstein geplant.

An der HSH Nordbank halten die Stadt Hamburg 35 Prozent, das Land Schleswig-Holstein 20 Prozent und der dortige Sparkassenverband 18 Prozent. Flowers hatte seine HSH-Anteile 2006 von der WestLB gekauft. Er ist der einzige Finanzinvestor, der bei einer Landesbank engagiert ist.

Freytag ließ erkennen, dass im Kreis der Anteilseigner bei einer späteren Wandlung der Aktien eine Neuverteilung der Beteiligungen möglich sei. Die Stadt Hamburg wolle aber eine Sperrminorität an dem Institut behalten. An den Plänen für den Börsengang hält die Landesbank fest - der Zeitpunkt dafür ist aber noch völlig offen. Der Gang aufs Parkett hänge wesentlich vom Marktumfeld ab, sagte Vorstandschef Hans Berger. Das Institut hatte seine Börsenpläne wegen der weltweiten Verwerfungen an den Finanzmärkten verschoben. Berger rechnet damit, dass die Krise bis ins Jahr 2009 andauern dürfte.

Wegen der Marktturbulenzen hat die HSH Nordbank mit Wertberichtigungen von mehr als einer Milliarde Euro zu kämpfen. Der Nettogewinn war deswegen 2007 massiv eingebrochen.

RISIKOCHEF GEHT

Das Institut teilte zudem mit, dass Risikovorstand Hartmut Strauß nach über 30 Jahren bei der Bank sein Amt aus persönlichen Gründen aufgeben werde. Strauß, der 1977 als Kreditrevisor bei der Hamburgischen Landesbank begonnen hatte, war 2001 in den Vorstand der Bank aufgerückt. Nach der Fusion zur HSH Nordbank 2003 war er dort für Revision, Risikomanagement und Finanzen zuständig. Die Zuständigkeit für das Finanzressort hatte er im November 2007 schon abgegeben.