TUI macht im Halbjahr weniger Verlust mit Reisen

Dienstag, 13. Mai 2008, 17:28 Uhr
 

London/Hannover (Reuters) - Dank guter Geschäfte in England und Frankreich hat TUI in seinem Reisegeschäft den Verlust verringert.

Im ersten Geschäftshalbjahr 2007/2008 sank der Betriebsverlust um neun Prozent auf 373 Millionen Pfund (468 Mio Euro), wie TUI Travel am Dienstag in London mitteilte. Reiseunternehmen stecken über den Winter oft in den roten Zahlen, da die Touristik vor allem im Sommer brummt.

In Großbritannien baute das Unternehmen Überkapazitäten ab und verkaufte margenträchtigere Reisen, in Frankreich gelang es zudem, die Kosten erheblich zu drücken. Vor Steuern verbuchte Europas größtes Reiseunternehmen in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2007/08 einen Verlust von 417 (429) Millionen Pfund, unter dem Strich verblieb ein Fehlbetrag 300 (350) Millionen. Der Umsatz legte auf 5,16 (4,73) Milliarden Pfund zu.

Einsparungen durch die Fusion der TUI-Reisesparte mit der britischen First Choice im vergangenen Jahr hätten bislang nur minimal zur Ergebnisverbesserung beigetragen, sagte TUI-Travel-Chef Peter Long. Das zu 51 Prozent zur Hannoveraner TUI gehörende Unternehmen rechnet ab 2010 mit Synergien von mindestens 150 Millionen Pfund jährlich. Das Ziel, beim Vorsteuergewinn 2007/08 die von Analysten erwarteten 319 Millionen Pfund zu erreichen, habe TUI Travel weiterhin fest im Blick.

"Die Nachfrage für die Sommersaison 2008 ist stark", bilanzierte Long. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Kunden ihre Urlaubspläne angesichts der wirtschaftlichen Lage änderten. In der wichtigsten Region Zentraleuropa, zu der auch Deutschland zählt, stiegen die Buchungen per Anfang Mai um drei Prozent, in Deutschland betrug das Plus vier Prozent. In Nordeuropa (plus sieben Prozent) erhöhte sich die Nachfrage noch deutlicher. Die bislang erst in Nordeuropa verkauften Reisen für die Wintersaison 2008/09 lagen neun Prozent über Vorjahr.

ZUKÄUFE WEITER IM BLICK

Nach dem Kauf von zehn Nischenanbietern innerhalb des vergangenen Jahres sollen auch künftig Übernahmen zum Wachstum beitragen. "Wir sehen uns weiter eine bedeutende Zahl von Kaufgelegenheiten an", sagte Long. Der Schwerpunkt liege dabei in Asien und Amerika sowie im Segment Spezial- und Studentenreisen. Impulse erhofft sich TUI zudem von gemeinsamen Geschäften mit dem russischen Großaktionär Alexej Mordaschow. "Wir erleben derzeit in Russland das, was wir auf dem Reisemarkt in Großbritannien und Deutschland vor 30 Jahren gesehen haben", sagte Long. Die Nachfrage vor allem nach Badeurlauben steige rasant.

Der gestiegene Ölpreis und der starke Euro machen den TUI-Travel-Managern hingegen kaum Sorgen. Gegen Kursschwankungen habe sich das Unternehmen für die laufende Sommersaison zu 90 Prozent abgesichert, für die kommende Wintersaison seien es 70 bis 80 Prozent.

Aktionäre reagierten jedoch mit Skepsis auf die Zahlen, die TUI-Travel-Aktien notierten knapp zwei Prozent im Minus.