Angeschlagene Solarfirma Conergy weitet Verluste aus
Düsseldorf (Reuters) - Sanierungskosten haben den angeschlagenen Solaranlagenbauer Conergy zum Jahresauftakt tiefer in die roten Zahlen gedrückt.
Im ersten Quartal fiel unter dem Strich im fortgeführten Geschäft ein Verlust von 37 Millionen Euro an nach einem Minus von 14 Millionen Euro vor Jahresfrist, wie die Hamburger Firma am Freitag mitteilte. Grund seien Aufwendungen für die Restrukturierung und Anlaufkosten für das neue Werk in Frankfurt/Oder. Zudem seien die Zinsbelastungen für die zur Rettung des Unternehmens aufgenommenen Kredite gestiegen. Die Schulden stiegen bis Ende März auf 580 Millionen Euro von 263 Millionen vor Jahresfrist. Der Quartalsumsatz legte trotz Projektverschiebungen auf 203 (Vorjahreszeitraum: 133) Millionen Euro zu.
Konzernchef Dieter Ammer, der im Herbst den Posten von Firmengründer Hans-Martin Rüter übernommen hatte, gab sich zuversichtlich, im Gesamtjahr zumindest vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) die Gewinnschwelle zu erreichen. Die eingeleitete Sanierung zeige erste Erfolge. Neben dem Verkauf von Randgeschäften seien die Personal- und Sachkosten gesenkt worden. Die im Vorjahr auf rund 2600 verdoppelte Belegschaft wurde inzwischen um 550 Mitarbeiter reduziert.
Rüter hatte sich beim Versuch verhoben, Conergy zum Öko-Mischkonzern auszubauen, und seine Firma an den Rand der Pleite getrieben. 2007 verbuchte der Konzern netto einen Verlust von einer Viertelmilliarde Euro. Ammer, der zuvor das Aufsichtsgremium geleitet hatte, will sich nun auf die Photovoltaik konzentrieren und Conergy damit gesundschrumpfen. Finanziell hat sich Conergy mit Hilfe einer Finanzspritze der Banken über 240 Millionen Euro stabilisiert.
Die im Technologieindex Tecdax notierten Conergy-Aktien gaben 3,5 Prozent auf 12,35 Euro nach. Die Titel haben seit dem Herbst vergangenen Jahres rund 80 Prozent an Wert eingebüßt.
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