US-Versicherer AIG mit Rekordverlust - Aktie fällt
New York (Reuters) - Der weltgrößte Versicherer American International Group (AIG) hat wegen der US-Kreditmarktkrise den höchsten Quartalsverlust seiner Geschichte erlitten.
In den ersten drei Monaten dieses Jahres verbuchte der US-Konzern einen Verlust von 7,8 Milliarden Dollar. Zur Stärkung seiner Kapitalbasis will sich der Allianz-Konkurrent nun eine Finanzspritze von 12,5 Milliarden Dollar beschaffen. Zugleich kündigte Konzernchef Martin Sullivan am Donnerstag nach US-Börsenschluss einen Wechsel an der Spitze des Finanzressorts an. Die AIG-Aktie fiel am Freitag kurz nach Börsenstart in New York um fünf Prozent auf 42 Dollar und belastete damit auch das Marktgeschehen in Deutschland.
Nach einem Gewinn von 4,1 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum führte AIG das Rekordminus im abgelaufenen Quartal auf die US-Hypothekenkrise zurück. Hintergrund waren vor allem gut neun Milliarden Dollar schwere Abschreibungen im Handel mit Kreditderivaten. Die Verluste in dieser Sparte hatten AIG bereits im Schlussquartal 2007 tiefrote Zahlen beschert. Der Leiter der Sparte nahm im Februar seinen Hut. Konzernchef Sullivan muss damit nun zwei wichtige Managementposten füllen. Weltweit hat die Finanzbranche in Folge der Kreditkrise Schätzungen zufolge bislang mehr als 300 Milliarden Dollar an Belastungen verschmerzen müssen.
Trotz der Hiobsbotschaften versuchte das in New York ansässige Unternehmen ein positives Signal an die Anleger zu senden und erhöhte seine Quartalsdividende um zehn Prozent auf 22 Cent je Aktie. Das bedeutet zusätzliche Ausgaben von etwa 200 Millionen Dollar im Jahr, eine relativ kleine Summe für Großkonzerne wie AIG. Zudem verzeichnete das Unternehmen außerhalb seines Kerngeschäfts mit Versicherungen einen Anstieg des Betriebsgewinns in der Flugzeug-Leasing-Sparte.
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