Kreise: RWE zögert im Rennen um British Energy
London/Düsseldorf (Reuters) - Im Rennen um den Atomkraftwerksbetreiber British Energy tritt der Essener Energiekonzern RWE auf die Bremse.
RWE werde vorerst kein Angebot für das von mehreren europäischen Versorgern umworbene Unternehmen abgeben, verlautete am Freitag aus mit der Situation vertrauten Kreisen. Möglicherweise werde der zweitgrößte deutsche Energiekonzern aber zu einem späteren Zeitpunkt einsteigen. Bis Freitag sollten interessierte Konzerne Angebote für den Anteil von 35 Prozent an British Energy abgeben, den die britische Regierung verkaufen will.
RWE hat sich in dem Fall seit Wochen eine Nachrichtensperre auferlegt und wollte auch zum Wochenschluss keinerlei Kommentar zu einem möglichen Interesse abgeben. Branchenkreisen zufolge hatte der Konzern vor wenigen Wochen ein unverbindliches Angebot von knapp 14 Milliarden Euro für sämtliche Anteile an dem Betreiber von acht Atomkraftwerken abgegeben.
BRITISH-ENERGY-AKTIE SCHLIESST IM MINUS
Die British-Energy-Aktie schloss am Freitag zwei Prozent tiefer auf 701 Pence, da das Bieterrennen an Schwung verlor. Damit ist der Anteil der Regierung an British Energy derzeit umgerechnet rund 4,4 Milliarden Euro wert. Aus Kreisen verlautete, der französische Energiekonzern EdF habe ohne Partner deutlich weniger als 700 Pence je Aktie geboten. Über den spanischen Energiekonzern Iberdrola hieß es, dieser habe zunächst kein Gebot vorgelegt, eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Der britische Versorger Centrica wiederum werde ein aktienbasiertes Angebot von unter 700 Pence je Anteilsschein nicht nachbessern, verlautete aus anderen Kreisen. British Energy, Iberdrola, Centrica und EDF wollten den Bericht nicht kommentieren.
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