Kreise: RWE Favorit für bulgarischen Atommeiler Belene

Montag, 24. März 2008, 14:43 Uhr
 

Sofia (Reuters) - Der Essener Energiekonzern RWEist Kreisen zufolge Wunschpartner Bulgariens für das geplante Atomkraftwerk Belene.

"RWE ist derzeit der klare Favorit", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Montag. "Es gibt Gespräche zwischen den beiden Bietern, um zu prüfen, ob sie den Minderheitsanteil zwischen sich aufteilen können, RWE hat dabei die führende Rolle." Auf der Liste möglicher Investoren steht neben RWE noch die zur französischen Suez gehörende belgische Electrabel.

Die bulgarische Regierung sucht einen Käufer für 49 Prozent an dem im nord-bulgarischen Belene geplanten Atommeiler, der dem Land wieder zu einem Status als Stromexporteur auf dem Balkan verhelfen soll. Bulgarien hatte seine aus der kommunistischen Ära stammenden Reaktoren abschalten müssen, um in die EU aufgenommen zu werden, und so seine Rolle als Stromlieferant über die eigenen Grenzen hinweg eingebüßt. Das an der Donau geplante Kraftwerk des Staatskonzerns NEK soll vier Milliarden Euro kosten und 2000 Megawatt Strom erzeugen können. Gebaut werden soll die Anlage von einer Tochter der russischen Gazprom, Areva aus Frankreich und Siemens.

Für RWE gehört Osteuropa zu den erklärten Wachstumsmärkten. Das Unternehmen hatte bereits im Juni - damals war auch Konkurrent E.ON mit von der Bieterpartie - sein Interesse an den zwei 1000-Megawattblöcken in Belene erklärt. Den Kreisen zufolge hat RWE eine Sofortinvestition von 400 Millionen Euro zugesagt, so dass mit Bau bald begonnen werden könne. Eine RWE-Sprecherin wollte sich zu den Informationen nicht äußern.