Inflation in China kühlt sich offenbar zweiten Monat in Folge ab
Peking, 08. Jul (Reuters) - Die Teuerung in China hat sich offenbar im Juni zum zweiten Mal in Folge abgekühlt. Mit 7,1 Prozent liege sie um 0,6 Prozentpunkte unter dem Mai-Wert, hieß es am Dienstag aus Regierungskreisen. Im gesamten ersten Halbjahr liege die Inflationsrate bei 7,9 Prozent und damit deutlich über der Zielmarke der Regierung von 4,8 Prozent. Allerdings könnten die Daten noch revidiert werden, hieß es. Die Regierung will Details zur Inflation am 17. Juli bekanntgeben.
Der Rückgang der Teuerung dürfte denjenigen eine Atempause verschaffen, die die Inflation als größtes Risiko für die Wirtschaft bezeichnet haben. Im April lag die Teuerung noch bei 8,5 Prozent. Allerdings ist es wohl noch zu früh für eine Entspannung: Die Produzentenpreise sind den Kreisen zufolge im Juni weiter stark gestiegen, Details wurden nicht genannt. Viele Volkswirte befürchten, dass die seit einiger Zeit deutlich gestiegenen Preise ab Werkstor mit Verzögerung auch die Verbraucherpreise antreiben.
Zuletzt wurden jedoch trotz der immer noch massiven Teuerung vermehrt Stimmen laut, die davor warnten, das Wachstum der Wirtschaft durch einen überzogenen Kampf gegen die Inflation abzuwürgen, die von externen Einflüssen angeheizt wird. "Ein anhaltendes Wachstum sollte an erster Stelle stehen, wenn der größte Teil der Preiserhöhungen durch steigende Produktionskosten hervorgerufen wird", schrieb Wang Jian, Generalsekretär der Chinesischen Gesellschaft für Makroökonomie, im amtlichen "China Securities Journal". "Ein stabiles Wirtschaftswachstum wird die Menschen dafür ausrüsten, gegen die Inflation anzukämpfen."
Die chinesische Wirtschaft dürfe sich amtlichen Angaben zufolge in diesem Jahr etwas abschwächen. Mit 10,3 Prozent wäre das Wachstum jedoch immer noch deutlich stärker als in den meisten Industrieländern. 2007 wuchs Chinas Wirtschaft noch um 11,9 Prozent.
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