WDHLG-Bahn prüft Preiserhöhung wegen hoher Energiekosten
(berichtigt Tippfehler in Zitat am Ende des ersten Absatzes)
Berlin, 10. Jul (Reuters) - Wegen der explodierenden Energiepreise könnten Bahnreisen bald teurer werden. "Das wird sich in der einen oder anderen Weise niederschlagen", kündigte Bahn[DBN.UL]-Chef Hartmut Mehdorn am Donnerstag in Berlin an. Beschlüsse stünden aber erst nach der Sommerpause auf der Tagesordnung. Mehdorn forderte mehr politische Unterstützung für umweltfreundliche Verkehrsmittel. Die Bahn zahle 200 Millionen Euro Ökosteuer pro Jahr und werde vom Emissionshandel ausgeschlossen, bemängelte er. Es müsse einen Bonus für energiesparende Mobilität geben, zum Beispiel durch Abschläge bei den Abgaben. "Die Ferkel sollten mehr zahlen", schlug Mehdorn vor.
Die Bahn strebt beim Klimaschutz eine Vorreiterrolle an. Seit 1995 habe der Konzern ein Viertel der CO2-Emissionen eingespart, rechnete der Vorstand bei der Vorstellung des Klimaschutzberichts vor. Die nächsten Schritte würden aber schwieriger. Modernere Fahrzeugflotten und energiesparende Fahrweise sowie die Rückgewinnung von Bremsenergie sollen weitere Verbesserungen bringen. Außerdem setzt das Unternehmen auf eine bessere Auslastung der Kapazitäten.
Der Konzern ist allein für ein Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland verantwortlich. Außerdem verursacht er jährlich 23 Millionen Tonnen CO2. Ein Drittel davon entfällt auf den Schienenverkehr, vier Prozent werden durch Anlagen wie Bahnhöfe oder Werke abgegeben. Der Rest entfällt auf die Logistiksparte mit Frachttransporten auf der Straße, in der Luft und auf dem Wasser.
Der Klimaschutzbericht war umstritten. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warf der Bahn Zensur vor, weil der Konzern einen Gastbeitrag des Verbands nicht in der gelieferten Fassung drucken wollte. In dem Text forderte die DUH die Bahn zu verstärkten Investitionen in den Regionalverkehr und in Russpartikelfilter für Busse auf. "Die Deutsche Bahn kann offensichtlich immer noch nicht mit Kritik umgehen", kritisierte DUH-Chef Jürgen Resch. Der Bahn-Vorstand wies den Vorwurf zurück. Resch habe eine "Profilneurose", sagte Mehdorn. Die Formulierungen seien sachlich nicht korrekt gewesen. Deshalb habe die Bahn eine Änderung gefordert, woraufhin der Verband den Beitrag zurückgezogen habe.
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