FOKUS 1-Gewinnanstieg beim US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb
New York, 24. Jul (Reuters) - Gute Verkaufszahlen des Blutverdünners Plavix und des Schizophreniemittels Abilify haben dem US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb(BMY.N: Kurs) im zweiten Quartal zu mehr Gewinn verholfen. Das Management stellte am Donnerstag außerdem zusätzliche Einsparungen in Milliardenhöhe in Aussicht.
Der in New York ansässige Konzern erzielte in den Monaten April bis Juni einen Gewinn von 764 Millionen Dollar nach 706 Millionen Dollar vor Jahresfrist, wie Bristol-Myers in New York mitteilte. Pro Aktie ergebe dies einen Gewinn von 38 Cent nach 36 Cent vor Jahresfrist. Ohne Sonderposten kam Bristol-Myers auf einen Gewinn von 43 Cent je Aktie. Analysten hatten im Schnitt drei Cent weniger erwartet.
Weltweit setzte Bristol-Myers Squibb im zweiten Jahresviertel 5,2 Milliarden Dollar um, das ist ein Zuwachs von 16 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Zu dem kräftigen Zuwachs trug auch der schwache Dollar bei: Ohne diesen Einfluss hätte der Umsatz nur um elf Prozent zugelegt. Die Umsatzzahl lag ebenfalls über den Schätzungen der Analysten, die im Schnitt 5,09 Milliarden Dollar erwartet hatten. An der Börse kam dies gut an: Die Bristol-Myers-Aktie legte im frühen US-Handel 1,4 Prozent zu.
Für das Gesamtjahr bekräftigte das Management frühere Prognosen, die ohne Sonderposten einen Gewinn je Aktie von 1,60 bis 1,70 Dollar aus dem fortgeführten Geschäft vorsehen. Das wäre ein Gewinnanstieg von bis zu 14,8 Prozent.
Bristol-Myers kündigte außerdem ein neues Sparprogramm an, das dem Konzern bis 2012 zu zusätzlichen Einsparungen von einer Milliarde Dollar verhelfen soll. Mit den im vergangenen Jahr begonnenen Sparmaßnahmen befinde sich der Konzern weiter auf Kurs, erklärte das Management. Dieses soll die Kosten im Konzern bis 2010 um 1,5 Milliarden Dollar senken.
Die Einsparungen dienen auch dazu, für den erwarteten Patentausfalls des Milliardenmedikaments Plavix vorbereitet zu sein. Der Blutverdünner verliert in wenigen Jahren den US-Patentschutz und steht dann in Konkurrenz zu billigeren Generika. Das Mittel bringt es derzeit auf Jahresumsätze von rund fünf Milliarden Dollar und ist das Top-Medikament des Konzerns. Zudem könnte dem Blutverdünner bald Konkurrenz durch das neue Medikament Effient von Eli Lilly (LLY.N: Kurs)ins Haus stehen.
Im zweiten Quartal kam Plavix auf einen Umsatz von 1,39 Milliarden Dollar - ein Zuwachs von 17 Prozent binnen Jahresfrist. Die Vorräte an Generika zu Plavix sind in den USA inzwischen aufgebraucht. Die kanadische Generikafirma Apotex hatte 2006 zeitweilig eine Kopie auf den US-Markt gebracht, die kurz darauf mit einer einstweiligen Verfügung aber wieder gestoppt worden war. Allerdings hatte der hohe Vorrat auf dem Markt das Geschäft mit Plavix danach weiter zeitweilig stark gebremst.
Mit dem Krebsmittel Erbitux erzielte Bristol-Myers im Berichtszeitraum 196 Millionen Dollar Umsatz - ein Plus von 21 Prozent. Bristol-Myers vermarktet Erbitux in den USA zusammen mit dem Biotechunternehmen Imclone. Der Darmstädter Merck(MRCG.DE: Kurs)-Konzern hat die Entwicklungs- und Vermarktungsrechte außerhalb der USA und Kanadas. Das Aids-Präparat Reyataz brachte es auf Erlöse von 324 Millionen Dollar, was einem Zuwachs von 28 Prozent entspricht. Das Schizophreniemittel Abilify fuhr 529 Millionen Dollar Umsatz ein - ein Plus von ebenfalls 28 Prozent.
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