Studie - Roche löst Pfizer 2014 als Pharma-Branchenprimus ab
London, 05. Aug (Reuters) - Der US-Pharmariese Pfizer (PFE.N: Kurs) dürfte einer Studie zufolge im Jahr 2014 wegen massiver Patentausfälle seinen Spitzenplatz in der Arzneimittelbranche an den Schweizer Roche(ROG.VX: Kurs)-Konzern verlieren. Das New Yorker Unternehmen werde sich dann mit dem sechsten Platz der Weltrangliste zufrieden geben müssen, erwarten die Branchenexperten von EvaluatePharma in ihrer am Montag veröffentlichten Studie. Die Experten nutzten für ihre Vorhersagen die Prognosen von Analysten. Ihren Ergebnissen zufolge wird Johnson & Johnson(JNJ.N: Kurs) 2014 der einzige verbliebene US-Pharmakonzern unter den Top Fünf der Branche sein. Der Leverkusener BayerBAYG.DE-Konzern hingegen werde bis dahin unter die Top Zehn vorgerückt sein sein.
Die von den Experten vorhergesagten Veränderungen in der Pharma-Weltrangliste spiegeln die Folgen zahlreicher Patentabläufe und des Wettbewerbs mit Generika-Anbietern wider, die der Branche in den kommenden fünf Jahren ins Haus stehen. Patentabläufe als bekanntes Geschäftsrisiko wären nicht so verheerend, würde der Nachschub an neuen Medikamenten bei den Konzernen stimmen. Aber genau daran hapert es zur Zeit bei vielen Unternehmen. Dass es Roche in diesem Umfeld an die Spitze schaffen wird, liegt den EvaluatePharma-Experten zufolge an der Stärke des Unternehmens im wachsenden Geschäft mit Biotech-Medikamenten. Zudem gebe es bei dem Basler Konzern in den kommenden Jahren kaum Patentrisiken.
Bei Pfizer dagegen verlieren in den kommenden Jahren mehrere lukrative Schlüsselmedikamente ihren Patentschutz. Neben dem Blutfettsenker Lipitor - aktuell mit Jahresumsätzen von rund 13 Milliarden Dollar das weltweit umsatzstärkste Medikament - sind dies das Blutdruck-Mittel Norvasc, die Potenzpille Viagra und das Augenmittel Xalatan. Kombiniert stünden dem US-Konzern damit bis 2014 Umsatzausfälle von 16,7 Milliarden Dollar ins Haus, schätzen die Experten.
Ganz anders sehen sie die Situation bei Roche: Die Schweizer sind bereits weltweit führend im Markt für biotechnologische Krebsmedikamente und dürften diese Position mit der angekündigten vollständigen Übernahme der US-Biotechfirma GenentechDNA.N noch weiter ausbauen. Roche will die noch nicht in ihrem Besitz befindlichen rund 44 Prozent an Genentech für 43,7 Milliarden Dollar kaufen. Aber selbst ohne diese Übernahme dürften die Schweizer den Experten zufolge in den kommenden Jahren alle anderen Wettbewerber überflügeln.
Hinter Roche als Branchenführer werden im Jahr 2014 nach den Prognosen von EvaluatePharma die nächsten drei Plätze ebenfalls von europäischen Konzernen belegt: Sanofi-Aventis(SASY.PA: Kurs) aus Frankreich kommt demnach auf Platz zwei, GlaxoSmithKline(GSK.L: Kurs) aus Großbritannien wird Nummer drei und Novartis(NOVN.VX: Kurs) aus der Schweiz bringt es auf den vierten Platz. Erst danach werde mit Johnson & Johnson der erste US-Konzern in der Rangliste auftauchen.
Es folgt eine Tabelle der Top-10 Unternehmen mit ihren Umsätzen und Markanteilen nach Prognose von EvaluatePharma im Jahr 2014 auf Basis der zu erwartenden Umsätze mit rezeptpflichtigen und verschreibungsfreien Medikamenten:
Listenrang Marktanteil
(in Prozent)
2014 2007 2014 2007 Roche 1 5 6,0 5,2 Sanofi-Aventis 2 3 5,9 6,6 GlaxoSmithKline 3 2 5,3 7,0 Novartis 4 4 5,2 5,8 Johnson & Johnson 5 7 4,0 4,6 Pfizer 6 1 3,6 7,2 Merck & Co 7 8 3,3 4,4 Abbott Laboratories 8 12 3,0 2,7 Bayer 9 11 2,9 2,7 AstraZeneca 10 6 2,9 4,8
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